DerAndi

Biovex - fernöstliche Köder die den "IN"-Marken den Kampf ansagen

Bewerten

Okay, Biovex ist ebenfalls eine Fernöstliche Marke, aber irgendwie hat sie einen anderen Touch. Das rührt wahrscheinlich daher dass sie doch stark von der US Szene inspiriert ist. Wie kam ich zu dieser Marke stellen sich hier wahrscheinlich einige die Frage. Um ehrlich zu sein wie die Jungfrau zum Kind. Ich habe mir eine neue kleine Roundprofile bestellt und diese persönlich abgeholt bei Andi, von Nippon Lures. Wie sich im Gespräch vor Ort herausstellte macht er für Biovex den Deutschlandvertrieb und ich schaute mir die Baits mal etwas genauer an. Ich bin ja eigentlich Verfechter von Illex, aber diese schauten so ansprechend aus, dass ich mir mal 2 Cranks mitnahm. Also diese schnellstmöglich gewässert und was soll ich sagen. Vorher viele Würfe mit Chubbys und auch nen Pointer hab ich versucht, nichts. Also probierte ich mal ganz gediegen den Shallow Crank aus. Der kommt von der Größe etwa auf nen Cherry 10cc hin, aber sah dank gewisser Ecken und Kanten etwas ruppiger aus. Auch die Farbe wählte ich knallig. Eine dunkle Basisfarbe mit eingearbeiteter roter Folie hat scheinbar nicht nur mir was gebracht, sondern auch beim ersten Wurf den ersten Fisch. Zwar nenne ich es mal Kamikaze, aber der Barsch war nur marginal größer als der Köder.

Das zeigt aber schon, entweder lernen Fische doch oder aber ich hab nen bombastischen Nachfolger für meine französischen Cranks gefunden. Der Lauf der Crank ist aber wirklich sehr gut, sie haben ein relativ hohes Eigengewicht für die Größe und lassen sich werfen wie ein Stein. Er belässt es nicht bei einfachem Wobbeln, sondern legt auch schöne flankende Parts ein. Gerade wenn man nen Stop einlegt, und ihn dann zum Starten kurz anruckt, gibt’s ne brachiale Flanke. Genau in diesem Moment gab‘s den Ruck in der Rute und ein kleiner Späher hat sich den Crank einverleibt. OK dachte ich mir, entschneidert! Kein Riese aber der Bait fängt. Gerade der letzte Punkt ist ja dass, was einen Köder ausmachen sollte. Da die Zeit knapp wurde hab ich den ersten Probelauf beendet und direkt Andi kontaktiert und ihm zu den Baits gratuliert. Der stellte mir am selben Tag noch ein Schnupperpaket mit Biovex Baits zusammen. Die Schmiede hat ja für nahezu jede Situation Artikel im Programm. Von Crankbaits über Minnows zu Vibration Baits und Wakebaits,sowie Spinnerbaits und UL Finessejigs. Ihr seht es wird wirklich alles abgedeckt um den gezahnten Raubschuppen auf gerade diese zu legen.

Der zweite Testtag verlief ähnlich. Ich gab dem gleichen Köder, nur in anderer Farbe ne Chance. Das Wasser war nur minimal getrübt also setzte ich auf eine etwas natürlichere Farbe. Nickel-Ayu war die Wahl und brachte mir einen guten 40+ Döbel. Alle Achtung sag ich da nur. Unsere Dickköpfe gehen wenn auf Kunstköder eher auf kleineren Kram aber der hier hing sauber am Bauchdrilling. Also kein reiner Aggressionsbiss. Aber das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung und es begann Hund & Katz zu regnen. Aber da ich ja eher der Trockenfischer bin zog ich es dann doch vor meinem Lebensmotto treu zu bleiben.
„Vorwärts Männer, wir müssen zurück“.

Inzwischen war auch das besagte Paket da und es war prall gefüllt damit man pünktlich zum kompletten Ende der Raubfischschonzeit voll gewappnet war. Zu den Biovex Ködern hab ich mir auch selbst meine ersten gekauften Gummifische zugelegt . Ja ihr hört es. Ich fische seit 1994 und habe mir Anno 2012 das erste Mal normale Gummifische gekauft . Ich hab Gummis selten vertraut aber nach dem Bass Urlaub hat sich meine Meinung gegenüber den weichen Wabbeln doch etwas verändert. Zusätzlich zu den Baits gabs auch noch etwas Terminal Tackle von Biovex dazu. Cross Lock Snaps machen sie nämlich auch. Dazu aber später mehr. Zuerst wird sich mal auf die Köder konzentriert. Im Paket waren 2 Sorten Gummiminnows, einmal mit Gabelschwanz und einmal mit Hämmerchen. Ich schreibe extra in der Verniedlichungsform da die Gummis sehr filigran sind, gut in Shrimparoma schwimmen und trotzdem weich und robust sind. Außerdem waren noch ein Wakebait, ein Crankbait für mittlere tiefen und 2 Minnows dabei. Finessejigs ohne Gewicht ebenfalls, die wird ich mal schön Wacky testen und 2 Spinnerbaits. Einmal von normaler Größe mit nur 7g Gewicht und eins dass sich zu nem Barschkiller mausern könnte. Es ist kleiner als die von Booyah oder Strike King, wiegt nur 3,5g und die kleinen Weidenblätter drehen sich wie ein Propeller bei kleinstem Zug. Volltreffer ne. Da hat sich Andi gigantisch ins Zeug gelegt. Aber bekanntlich hat der liebe Gott ja vor den Fang immer noch die Arbeit gelegt.

Unser gestriger Fischtag glich eher einem 9 Stunden Arbeitstag. Das Wetter sah ja köstlich aus mit Sonnenschein und ein paar Wölkchen. Und so machten wir uns auf die gut 50km lange Angelstrecke. Warum so groß? Wir wollten einfach nur die Hotspots abfischen. Die ersten beiden Spots brachten nur Anfasser. Ich wollte die schlanken Gummis testen und bekam lediglich zaghafte Bisse. Ich denke eher dass es Grundeln waren oder kleine Barsche. Auf jeden Fall hat sich kein Stachelritter beknien lassen kräftig zuzupacken. Die ersten Stunden vergingen, der Schweiß lief in Strömen aber es biss immerhin. Am vorletzten Spot gab es dann ein dickes Tock in der Rute, bzw. auf beiden Ruten. Julia fischte ja inzwischen auch mit Gummi. Elegant wie ich nunmal bin hab ich den Biss ordentlich versemmelt. Ich bin ja kein geborener Gummiangler und erst seit dem Bass Trip davon infiziert. So klingen mir immer noch die Worte von Matteo im Ohr „That’s not Zander Fishing, wait, wait, wait, Set the Hook“ Darin liegt auch aktuell noch der Fehler würde ich behaupten. Also nicht „Tock, Anschlag“. Schwupps und weg war der Fisch. Gefrustet und überhitzt machten wir uns noch auf an den letzten Spot an dem von Döbeln bis zum Rapfen alles vertreten ist. Dort trafen wir auf noch einen Enthusiasten der ganz verwundert aus der Wäsche schaute mal jemand mit Kunstködern und Baitcastequipment zu sehen. Wir verstanden uns sofort und versuchten es noch etwas länger dort, immerhin bis halb 11 abends bis die Sonne weg war. Es gab einige Bisse aber den Fischen scheint das Maul vernagelt gewesen zu sein. Die Köder schienen alle zu groß. So gabs für Julia den kleinen Micro Crank und der brachte dann doch tatsächlich den ersehnten Fisch. Ich durfte vorher noch auf einen Micros Gummi nen Kamikaze Barsch verhaften haha. Aber der ist nun echt nicht der Rede Wert. Damit beendeten wir den Tag quasi da sonst gar nichts mehr ging. Aber die fischreichen Tage werden noch kommen.


Nun war es wieder soweit. Testtag Nummer drei stand vor der Tür und das Auto war gepackt. Es sollte an nen kleinen Fluss gehen an dem sich schön die Übergänge zwischen Brassen-, Barben- und Forellenregion abfahren lassen. Die ersten Würfe machten wir im unteren Flusslauf, wo es beim letzten Besuch den oben erwähnten schöneren Barsch gab. Aber all unsere Bemühungen waren umsonst und auf sämtliche Köder ging gar nichts. Nicht mal die Babybarsche waren in Beisslaune. Wir fuhren also weiter gen Norden, durch eine wilde Flusslandschaft. Es gibt nur wenige gut begehbare Plätze, und wenn man mal einen gefunden hat, war er meistens auch schon besetzt. Wir ließen uns aber nicht unterkriegen und Julia fand dann im Vorbeifahren einen schönen Platz. Er war mitten in ner kleinen Stadt, Campingplatz am anderen Ufer und das Wasser mit Stromschnellen und Gumpen versehen. Wir begannen also die Crankbaits durchs Wasser zu dreschen und ich bekam den ersten Biss auf den AMP Shallow Crank, der aber wieder ausstieg. Es war ein brachialer Biss und ich war mir nicht sicher was es war. Jedenfalls kein Barsch und auch kein Hecht. Also hab ich auf etwas Tieflaufendes umgebaut. Der Stay55 Longlip war die Wahl. Durch die hohe Fließgeschwindigkeit kam er nicht auf seine maximale Tauchtiefe, was auch von Vorteil war.

Der Erste Wurf in die Flussmitte, sofort auf Tauchstation und mit der Strömung in Richtung Ufer geschoben. Ich kurbelte ihn nur ein, klar ich weiß es ist ein Twitchbait aber scheiß egal. Tok und die Rute war krumm. Gleicher Einschlag wie zuvor und was kam denn da zum Vorschein. Ich traute meinen Augen nicht. Bei so einem Einschlag hab ich mit nem Döbel gerechnet aber es war ne schöne wilde Bachforelle die zum Sprung ansetzte. Zwar kein Riese aber die 30cm hat sie geknackt.


Danach war aber Julia dran und sie hatte einen fetten 60+ Döbel am Haken hängen, der aber bei der Landung die Schnur sprengte. Schade aber es sollte wohl nicht sein. Den nächsten Biss hatte dann wieder ich und der entpuppte sich als Döbel. Der dicke stand wie ein U-Boot in der Strömung und an meiner leichten Ausrüstung war das eine Herausforderung. Ich war sehr überrascht. Klar ich weiß, das Döbel auch auf Minnows gehen aber ich hatte noch nie das Glück nen Fisch auf so einen Köder zu kriegen.


Es gab auch noch einen zweiten Döbel, den ich im Wasser abgehakt habe, da es bei dem Ufer nicht möglich war den LipGrip sauber anzusetzen. Es gab noch einen dicken Aussteiger bei Julia, als der Fisch in der Stromschnelle die Oberfläche durchbrach. Ich hab schon einiges gesehen aber zwei Döbel die springen an einem Tag noch nicht. Haben sie sich wahrscheinlich bei den Nachbarn abgeschaut. Ein erfolgreicher Testtag wurde mit ner Kamikaze Bachforelle beendet, die noch nicht mal die 20cm knackte, aber sich den Shallow Crank reinziehen wollte. Die Schattenseite war der Verlust des richtig fetten Chubs und meines Stay55. Aber der kommt wieder. Ich bin von diesem Bait überzeugt.

Nachdem nun schon der Praxistest mit Erfolg absolviert wurde, muss natürlich auch noch auf einige trockene Fakten eingegangen werden. Zum einen werden einige die Aspekte der verwendeten Kleinteile und natürlich auch Farbauswahl und Verarbeitung interessieren. Dazu werde ich auf alle meine Testmuster eingehen da es zwar farblich überwiegend die gleiche Palette gibt, aber die Formen natürlich unterschiede bieten.
Mir liegen unter anderem an Hardbaits diese Modelle vor:
- AMP Shallow Crank
- AMP Mid Runner Crank
- AMP Wake Bait
- Scout 70
- Stay 55 Suspender
- Stay 80 Suspender

ihr habt oben im Praxisbereich ja schon ein paar Informationen zu den Ködern bekommen, aber halt meist nur die Fangberichte. Ich durfte in der Vergangenheit schon einige Male Köder testen aber diese hier brachten schon in den ersten Testversuchen sehr gute Erfolge. Entweder es liegt an der Tatsache dass die Fische sie nicht kennen, was ich mir nicht vorstellen kann oder sie sind wirkliche Fangmaschinen. Letzteres klingt logischer für mich denn hier stimmt das Prinzip "Wackelt nix, beißt nix". Gerade für Twitchbaits ist es ein heikles Thema. Fangen sie auch ohne Schläge? Das probiere ich ja immer am liebsten und ich greife vorweg. Die beiden Stay Suspender tun es. Der verausgabt sich beim einfachen ein kurbeln ähnlich wie ein Crankbait und flankt noch etwas mehr aus. Schaut unter Wasser absolut genial aus

AMP Shallow Crank
5cm
9g
max. 1m Tauchtiefe
erhältlich in 15 Farben


Hierbei handelt es sich um ein klassisches Crankbait. Dick, kugelig, Rassel und fertig ist es. Von Größe und Volumen her spielt es in der gleichen Liga wie der Cherry von Illex / Jackall, damit ihr mal einen etwaigen Anhaltspunkt habt. Allerdings empfinde ich es so, dass er sich besser werfen lässt und auch von der Form des Kopfes etwas kantiger daher kommt. Vom Lauf her braucht man fast nichts zu sagen. Rein werfen und dann Stop & Go ein kurbeln. Das fängt nicht nur Barsche sondern betört auch die Döbel. Zumindest die ausgewachsenen Exemplare, denn der Shallow Crank ist schon eine dicke Kirsche.

AMP Mid Runner Crank
5cm
10g
bis 2,5m Tauchtiefe
erhältlich in 15 Farben


Wie sein kleiner Bruder auch hat er bis auf eine lange Tauchschaufel und ein Federpüschel am Schwanzdrilling, keine großen Unterschiede. Er läuft Bauart bedingt dadurch etwas tiefer sorgt mit der Tauchschaufel für ordentlich Sedimentaufwirbelung und Schläge gegen Steine wenn er auf den Boden tockt. Farblich denke ich mir sollte für viele was dabei sein. Ganz egal ob natürliche gedeckte Dekore oder knallige Neonfarben. Da bleibt kein Wunsch offen. Von der Größe her passt er nicht nur ins Beuteschema von dicken Barschen sondern auch Hecht und Zander dürften ihre Freude an ihnen haben.

AMP Wake Bait
6cm
16g
erhältlich in 11 Farben


Was haben wir nun hier. Ich kann ja nicht sagen dass es sich um ein klassisches Wakebait handelt. Diese sorgen ja erst seit recht kurzer Zeit für Aufruhr unter den Topwater Spezialisten. Tatsächlich sehe ich ihn als eine gute Alternative zu Poppern und Stickbaits. Anders als eben diese ist die Basis hier ein Crankbait das sehr flach läuft und dabei eine dicke Kielwelle durch die Oberfläche zieht. Für mich eine gute Lösung, denn anders als bei Walkern oder Stickbaits gibt’s hier noch dicke Druckwellen gratis durch ihren wobbeligen Lauf.


AMP Stay 55 Long Lip SP
5,5cm
6g
bis 2,40m
erhältlich in 10 Farben


Dies ist die kleine Version eines sehr guten Twitchbaits. Ausgestattet mit einer langen Tauchschaufel geht er im Turbogang auf seine Tiefe und wartet dort auf die tiefstehenden Räuber. Einen direkten Zielfisch hat er nicht. Vom Laufverhalten ist er äußerst aggressiv schon bei einfachem ein kurbeln und mit leichten Schlägen bricht er nach links und rechts aus, wobei er sich manchmal bei zu harten Schlägen sogar überschlägt. Im erfolgreichen Test gab‘s von Barsch über Döbel bis hin zur Bachforelle alles. Ihr seht es ist ein vielseitiger Köder, der auch bei den Fängen so vielfältig ausfällt.

AMP Stay 80 SP
8cm
7,5g
bis 1m Tauchtiefe
erhältlich in 9 Farben


Hier haben wir dann noch dieses flach laufende Twitchbait. Größe und Form passen optimal ins Beuteschema der Sommerfische. Sein leicht rasselnder Körper beginnt schon bei feinsten Schlägen zu tanzen und wobbelt auch bei sturem ein kurbeln fast, wie ein Crankbait. Er ist eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu großen Namen wie das 76er Eichhörnchen und Co. Nicht nur beim Preis punktet der Stay, auch den Lauf finde ich überragend gut, sollte in keiner Box fehlen.

Scout 70 Vibration
7cm
15g
Variable Tauchtiefe
erhältlich in 24 Farben


Ja was ist dieser Scouter? Er ist sicherlich kein schlichter Lipless Crankbait. Ursprünglich wurde er für den Salzwassereinsatz konzipiert, was man an den Drillingen sehr gut merkt. Darüber hinaus ist er nicht aus Plaste, sondern aus Metall und wirf sich wie ne Stahlkugel, um sofort nach dem aufklatschen auf die Oberfläche schon zu wobbeln und vibrieren. Durch die variable Tauchtiefe lassen sich sowohl Flach- und Mittelwasser, sowie den Grund nach Fischen absuchen. Was mich aber besonders fasziniert ist der Fakt, dass dieser Köder von Barsch bis Rapfen und Zander alles zu verführen scheint. Habe das so nur bei Spinnern erlebt. Im Gesamtbild passt er Bauartbedingt nicht zu einfachen Hardbaits sondern eher zu den Zockern, aber er lässt sich nun mal wie ein Crankbait führen. Einfaches ein kurbeln oder Zick Zack Lauf durch Stop & Go bringen ihn auf Touren, und vor allem Fisch.

Aktualisiert: 13.07.2012 um 21:23 von DerAndi

Kategorien
Berichte & Reviews

Kommentare

  1. Avatar von LatschoKing84
    Nett geschrieben und aufschlussreicher Beitrag Andi.
    Baits gefallen mir auch gut.
  2. Avatar von Rapante
    Die Baits sind echt was für die Merkliste!
  3. Avatar von Mö78
    Sehen echt gut aus und auch schön geschrieben, muß mir wohl gleich welche bestellen!
  4. Avatar von DerAndi
    Dankeschön für die Blumen. Die Tage kommt noch der Test zu den Softbaits und Spinnerbaits. Sonntag erst mal versuchen was vorzeigbares ans Band zu bekommen hähä