• Kurz Review: Graphiteleader Vigore GVIS 61L

    Kurzvorstellung

    Graphiteleader Vigore GVIS 61L

    Typ: Spinnrute


    Hallo

    nach ergiebiger Testphase an Edersee, Chiemsee und Dill möchte ich Euch im Folgenden meine neue L-Spinnrute Modell „GVIS-61 L“ von Graphitleader vorstellen. Bevor ich auf Einsatz, Handling und passende Baits eingehe, gibt es zunächst die Herstellerdaten zur Rute, denen ich – ohne mit Zollstock und Briefwaage nachkontrolliert zu haben – Glauben schenke.



    Auf der Suche nach einer Rute im 1/4 oz. Bereich als Nachfolgemodell für meine „Illex Super Light Rig Versatile“ und einem kurzen Versuch im UL-Bereich (Major Craft Troutino) landete ich nach langer Suche bei der GVIS-61 L. Der beabsichtigte Einsatz der Rute sollte das leichte Fischen auf Barsch, Forelle und Döbel sein. Als Köder sollten Miniwobbler wie etwa der Tiny Fry, SQ61, der ZipBaits Rigge S-Line 46 MDR, der ZipBaits Rigge S-Line Raphael, der Bassday Kangoku Crank, der Bassday Sugar Deep 35 F, der Bassday Kobun oder aber auch Softbaits wie z. B. der Flash J3 kombiniert mit sämtlichen Finesstechniken Verwendung finden.
    Zu Beginn erst einmal die

    technische Daten

    Länge: 6’1’’ ft. / 1,85m (einteilig)
    Power: Light
    Action: Fast
    Eigengewicht: 83 Gramm
    Wurfgewicht: 1/32 - 1/4 oz.
    Line: 3 - 8 lb.
    Carbonanteil: 92%
    Preis: 335 Euro

    Erster Eindruck
    Holt man die GVIS-61 L das erste Mal aus dem mitgelieferten Cover staunt man nicht schlecht, wie wenig man da plötzlich in der Hand hat. Die Rute macht auf den ersten und auch auf den zweiten und dritten Blick einen sauber verarbeiteten Eindruck, auch der geteilte Korkgriff ist für japanische Verhältnisse sauber gearbeitet. Auf der Rute wurden inkl. Spitzenring sieben SIC-Ringe verarbeitet, wobei alle Bindungen äußerst präzise angebracht sind. Der Blank schimmert leicht gräulich-anthrazit und vermittelt beim ersten Befummeln einen haptischen Hochgenuss. Während der ersten leichten Schwungbewegungen aus dem Handgelenk zwischen Stehlampe, Aquarium und Gardine wird schnell klar – der Blank ist schnell und steht wie ein Hengstriemen.




    Das Problem mit der Rolle

    Bei einem derartig filigranen aber dennoch Power versprechendem Leichtgewicht stellte sich mir nun die Frage, welche Rolle ich auf meiner neuesten Errungenschaft montieren sollte. Zum einen sollte die Rolle sowohl preislich zur Rute passen zum anderen aber auch optisch und vor allem sich in die Leichtgewichtigkeit einreihen. Traumrolle war zunächst eine 1000er Cardiff von Shimano (Gewicht 170 Gramm + 83 Gram Rute = leicht!). Besagte Rolle würde sich zudem wunderbar aufgrund des farblichen Spiels und des Korkknobs mit der Rute paaren. Aber auch an eine 1003 Presso habe ich im ersten Moment gedacht. Auch alle anderen Rollenmodelle im Bereich von 350 Euro plus sind mir in nächtlichen Halb-Wachphasen durch den Kopf gesaust und haben auf einem ganz besonderen „Laufsteg“ ihre Runden gedreht.
    Lange Rede kurzer Sinn! Ich wollte schnellst möglich mit der Rute an den Bach und nicht länger nur im Wohnzimmer damit wedeln und meine Lebensgefährtin beim Bügeln damit ärgern. Daher montierte ich meine TwinPower 2500 FC und …oha! Da sorgt doch diese 270 Gramm schwere Rolle in ihrer leicht glänzenden Anthrazitlackierung für ein erstens optisch ansprechendes Bild und zweitens dafür, dass die Rute-Rolle-Kombination vollkommen ausbalanciert in der Hand liegt. (Hätte ich das gleich gewusst, wäre ich schon viel früher mit der Rute am Wasser gewesen und hätte nicht lange im Netz nach einer anderen Rolle gesucht und unsere Wohnzimmermobiliar in Gefahr gebracht.) Wie sich im Dauereinsatz herausgestellt hat, ist die „Combo“ so perfekt und lässt keinerlei Wünsche offen, zudem sorgt die 2500er Spule für angenehme Wurfweiten. Als Schnur verwende ich übrigens eine Berkley Trilene Sensithin Ultra in 0,18mm und einer Tragkraft von 5,8kg (ich weiß, dass ich damit über dem „Line-Bereich“ liege, aber den Rest besorgt die fein eingestellte Bremse – ist auch nur die Schnur für die Testphase…).




    Die ersten Würfe und Drills

    Schnell zeigte sich bei den ersten Würfen mit den oben beschriebenen Hardbaits, dass sich die Rute wunderbar auflädt und ohne nachträgliches „Rumgeschwabbel“ den Köder ans gewünschte Ziel bringt. Durch die Feinnervigkeit des Blanks nimmt man jeden Kontakt mit der Flora und Fauna der Unterwasserwelt war und spürt sogar wie etwa fingerlange Lauben nach einem PelletPellet von ZipBaits schnappen. Die Feinnervigkeit erlaubt es zudem auch die Köder entsprechend ihrer Bestimmung zu animieren (oder einfach nur einzukurbeln, wenn man mal einen Chubby DD eingehängt hat – geht auch). Besonders mit dem Flash J in 3’ hat man seinen Spaß, fischt man ihn ohne zusätzliches Gewicht am Offsethaken oder aber auch am bis zu 7 Gramm (!) schweren Jigkopf bzw. Carolina-Rig. (Geheimtipp: Flash J Shad mit Decoy Offsett-Propellerhaken und einem 1,3 Gr. Nailsinker). Die Wurfweite mit einem Flash J am Carolina-Rig (1/4 oz.) liegt bei etwa 35 Metern. Ehrlicherweise muss man hier ergänzen, dass eine optimale Köderführung auf Grund der Sensiblen Spitze und der Mono-Schnur bei dieser Weite kaum noch möglich ist. (Werde über Schnurexperimente mit Geflecht ggf. noch berichten.)
    Im Drill mit Döbeln um die 35 cm im Fließgewässer bei leichter Strömung, Barschen im Bereich von 30 cm, kleine Hechten bis etwa 50 cm und einer kurz vor der Landung im Sprung verlorenen Bachforelle von geschätzten 40 cm (scheiß Schonhaken…) zeigte die Rute eine zunächst äußert sensible Bisserkennung, gefolgt von einer perfekten Durchsetzungskraft im Anschlag und überraschend viel Power und Bums im Rückgrad, so dass man dem Fisch jederzeit zeigt - wer hier der Stärkere ist.


    Fazit
    Wer auf der Suche nach einer leichten, sensiblen aber dennoch kraftvollen L-Spinne ist, mit der er Minibaits fischen und sämtliche Finesstechniken abdecken kann, sollte sich einmal bei Graphitleader umschauen oder gleich die GVIS-61 L ordern.

    Viel Spaß am Bach
    Gruß Olaf

    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Okun
      Okun -
      Ein sehr schöner Bericht. Die Rute hat auf jeden fall mein Interesse geweckt.

      Wie man es liest, wirkt die Rute sehr universell in dem Bereich bis 7 Gramm zu sein. Ist sie wirklich gleichermaßen für Hardbaits und Finesse Rigs einzusetzen? Wo sind eher Nachteile zu erwarten (Finesse oder Hardbaits?)

      Vielen Dank