• World Predator Classic 2015


    (Quelle: WPS Fundus öffentliche Seite)

    WPC 2015

    Angefangen hat der ganze Spaß in meinem Familien Urlaub im März in der Türkei.
    David (Daweed) hat mir eine Nachricht geschickt das er und noch 2 Kollegen von Ihm zur WPC fahren wollen.
    Da musste ich nicht lange Überlegen. Ich war sofort heiß wie Fritten Fett.

    Meine Strandaufenthalte sind die nächsten Tage deutlich kürzer ausgefallen, da ich ständig auf der Suche nach W-Lan Empfang war, um zu sehen ob die Anmeldung schon in trockenen Tüchern ist.

    Nach drei verdammt langen Tagen hat mir David endlich die erlösende Nachricht mit einem Bild von der Bestätigungs- E Mail geschickt. Dadurch haben sich zwar meine Strandaufenthalte wieder verlängert, allerdings nur körperlich. Meine Gedanken drehten sich eigentlich ständig um die WPC.

    Welches Tackle, welche Köder, wie sehen die Gewässer aus, welche Taktik...

    Fragen über Fragen, ihr könnt euch ja mit Sicherheit selber vorstellen, was einem alles so durch den Kopf geht, wenn man sich entschließt, an so einem Event teilzunehmen.

    Aber wie das immer so ist, von März bis Juni ist es lang und der Alltag übermächtig. So rückte die WPC in immer weitere Ferne.

    Leider war Ende Mai der Terminkalender so voll, daß der Vorsatz mindestens 2 Tage (vor Ort) zu trainieren nicht mehr realisierbar war. Und prompt schaltet die Waschmaschine in meinem Kopf wieder auf Schleudergang.

    Welches Tackle,welche Köder, wie sehen die Gewässer aus, welche Taktik...

    Die letzten Wochen vor dem 27 Juni hab ich mein Tackle so oft umgestellt, dass ich mich am Ende dazu entschlossen habe, auf Altbewährtes zu setzen. Alle Gedanken anders zu fischen als die anderen, über den Haufen geworfen, hab ich erst einmal einen Haufen aromatisierten japanischen Gummikram in allen Größen geordert. Und wenn ich schon einmal beim Bestellen bin, bestell ich direkt noch einen riesen Haufen Jig Köpfe mit dazu. Da ich mit Hardbaits eh ganz gut ausgestattet bin war die Köder frage endlich geklärt.

    Jetzt musste ich mir nur noch Gedanken um die Ruten machen. Lange war ich mir sicher dass, ich 2 BC Combos mit nehme, da mir diese Fischerei zur Zeit am meisten Spaß bereitet. Nach langem hin und her habe ich mich dann aber doch für 2 Spin Combos entschieden. Damit lässt sich einfach ein breitbandigeres Köderspektrum bedienen.

    Als wenn ich damit nicht schon genug zu tun gehabt hätte, habe ich mich kurz vorher auch noch dazu entschieden das ich meine Stahlvorfächer lieber Knoten als Quetschen möchte. Also prompt 2 Spulen knotbaren Stahl besorgt, sämtliche Threads zum Stahlvorfach anknoten gelesen und das ganze war beschlossene Sache.

    Dachte ich.

    Am Montag vor der WPC habe ich dann auch endlich meinen Teamkollegen kennengelernt. Andre machte einen sympathischen Eindruck, war angelverrückt und schien unkompliziert zu sein. Das waren schon mal gute Voraussetzungen für einen gelungenen Angeltag.

    Die Vorbereitungen waren endlich abgeschlossen und die WPC konnte kommen.

    David, sein Teampartner Kai und ich haben uns, in Ermangelung von Urlaubstagen, dazu entschlossen Freitag Abend, gegen 7, nach der Arbeit los zufahren. Das Ziel war erst einmal Davids Ferienhaus in der Nähe von Zandvoort, so sollte sich die Anreise am nächsten Morgen auf 1 Stunde beschränken. Kai hat leider 7 Uhr abends mit 17 Uhr verwechselt.
    So hatte er wenigstens Zeit auf dem MC Donalds Parkplatz noch ein paar Stahlvorfächer zu knüpfen.

    Mein Teamkollege Andre ist schon am Mittwoch mit 2 Kollegen zum Campingplatz nach Hellvoetsluis gefahren. Die Meldungen von dort ließen nichts gutes hoffen. Bis Freitag sind mit mehreren Leuten grade mal 2 Barsche gefangen worden

    Egal, gegen 22:30 Uhr sind wir an Davids Ferienhaus angekommen. Wie das so ist, bei 3 Angelverrückten, anstatt schlafen zu gehen sind wir erst einmal fischen gegangen.
    Also fix den ersten Spot angefahren. Dort angekommen haben sich David und Kai Ihre Ruten geschnappt und sind angeln gegangen. Ich wollte nur noch kurz ein Stahlvorfach anknoten und nachkommen. Bis ich alle Knoten zufriedenstellend in das Vorfach gefriemelt hatte standen die Beiden schon wieder hinter mir und meinten sie hätten den Spot abgefischt.
    Wir haben danach noch 2 weitere Spots angefahren, jedoch alle ohne Fisch.

    Gegen halb 1 kam dann endlich so etwas wie Vernunft auf und wir sind zurück gefahren.

    Da ich mir die Blöße und den Zeitverlust mit der Knoterei am Wasser, am nächsten Tag, aber nicht geben wollte habe ich noch bis nach 2 Uhr Vorfächer gebastelt.

    Nach einer viel zu kurzen Nacht schellt um 4:30 der Wecker. Irgendwie hätten wir lieber nicht mehr angeln gehen sollen.
    Zu Spät, da müssen wir jetzt durch.
    Also schnell einen Kaffee aufgesetzt, ein paar Würstchen eingeworfen und noch ein paar Vorfächer gebastelt

    Um 6 Uhr haben wir uns dann auf den Weg nach Hellevoetsluis gemacht, wo wir dann auch pünktlich zum Beginn der Anmeldung eintrafen. Andre war schon vor Ort und hat sich schon mal mit unserem zugelostem Team bekannt gemacht. Christian und Carsten kamen von Anfang an sehr sympathisch rüber, dieser Eindruck sollte sich im laufe des Tages noch als untertrieben herausstellen.

    Natürlich hat keiner von uns die Online Anmeldung genutzt, so durften wir uns
    gleich zweimal in die Schlange stellen. Einmal um die Anmeldeformulare zu erhalten und ein zweites mal um diese ausgefüllt wieder abzugeben.

    Trotzdem hatten wir im Anschluss noch genügend Zeit, uns das Gelände des Trockendock näher anzusehen. Besonders ins Auge fiel die Bühne die unten im Kessel des Trockendock lag. Die Betonstufen die nach unten in den Kessel führten, würden bestimmt gute Sitzplätze für die später Preisverleihung abgeben. Leider waren diese aber bis kurz vor der Preisverleihung für das Publikum gesperrt. Ansonsten sah es bis auf ein paar Bierzelt-Garnituren mit Sitzplätzen leider nicht so gut aus.

    Während wir auf den Startschuss warteten haben wir uns mit Carsten und Christian über Vorgehensweise und Taktik ausgetauscht. Schnell wurde klar das wir mit den beiden einen echten Glücksgriff getan hatten. Um 9:15 Uhr war es, mit einer viertel Stunde Verspätung, endlich soweit. Die Spiele konnten beginnen

    Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel ging das Event richtig los. Die Wetterlage sollte uns auch den ganzen Tag über erhalten bleiben.



    Christian und Carsten hatten sich als ersten Spot eine Hafeneinfahrt am Ende des Geländes ausgesucht. Da ich das Gelände eh nicht kannte und mein Teamkollege auch keine Einwände hatte, war der erste Spot also beschlossene Sache. Nach einem sportlichen Marsch waren wir auch die ersten am Spot. Bei 163 anderen Anglern war das auch das einzige mal das wir ohne Sichtkontakt zu anderen angeln konnten. Der Spot gefiel auf Anhieb, es roch quasi nach Zander.
    Nur wussten das die Zander nicht. Nachdem wir zu viert den Spot gründlich abgefischt hatten, waren wir uns einig den Spot zu verlassen. Wir angelten uns durch das Hafengelände in Richtung Trockendock zurück. Wir haben zwar nicht darüber gesprochen aber irgendwie waren sich alle einig, nicht zu viel Zeit an einem Spot zu verschwenden. Mit 4 Mann und 4 verschiedenen Ködern ist so eine Stelle schnell abgefischt. Wir haben relativ zügig aber gründlich eine Menge Spots befischt.
    Bis 11:00 Uhr waren wir ohne jeglichen Fischkontakt. Auch dieTrillerpfeife, mit der man einen der Schiedsrichter herbeiruft, war nur selten zu hören. Auch die Gespräche mit den, sehr netten und freundlichen Offiziellen, ließen durchsickern das allgemein sehr wenig Fisch gefangen wurde. Am Ende haben nur 33 von 163 Anglern überhaupt etwas gefangen.

    Gegen 11:00 Uhr sind wir an einen Graben gekommen der auf einer Seite von einer hohen Mauer begrenzt wurde und auf der anderen Seite ein begehbares Ufer, mit Schilf, Büschen und Holzbefestigungen hatte.



    Andre hat am Übergang von der Mauer zum Schilf eine Attacke bekommen, konnte jedoch nicht sagen was es war. Als er nach ein paar Würfen keinen
    Kontakt mehr bekam, ist er ein paar Meter weiter gegangen. Ich wollte es auch nochmal probieren und habe seinen Platz eingenommen. Da ich grade die leichte Rute in der Hand hatte, habe ich erst einmal ein paar Würfe mit einem Baby Griffon gemacht. Beim 2. Wurf bekomme ich kurz vor den Füßen einen Biss. Ich sehe wie ein guter Hecht meinen Wobbler volley nimmt. Mein Puls erreicht in einem Wimpernschlag die 200.

    Anschlag!
    Leiser Knall!
    Schnurbruch!


    Ich stand kurz davor, in die Befestigungsmauer zu beißen. Während ich fassungslos auf das Wasser starre und fluche das dieser Fisch wohl so schnell nicht mehr beißen wird, hoffe ich das er den Wobbler wieder los wird. Plötzlich sehe ich wie in 1,5 m Entfernung mein Wobbler wieder an die Oberfläche kommt.

    Normalerweise würde ich gehen und der Stelle später nochmal eine Besuch abstatten, das ist aber unter diesen Bedingungen nicht unbedingt möglich. Also habe ich die Rute und den Köder gewechselt und den Spot nochmal mit einem Arnaud im Hechtdesign befischt. Eigentlich habe ich nicht mehr wirklich daran geglaubt, den Fisch nochmal überreden zu können, zu beißen. Aber beim 2 Wurf sehe ich wie der Hecht meinen Köder verfolgt, leider wollte er nicht zuschnappen. Ich hab dann noch ein paar Würfe hinterher gesetzt, aber der Fisch ließ sich nicht mehr Blicken. Wir wollten eigentlich weiter gehen und ich hab dem Wobbler, unter mir am Fuße der Mauer, beim „Twitchen“ zugesehen, als plötzlich der Hecht unter dem Köder auftaucht. Der Rest kommt mir vor als wenn es in Zeitlupe abgelaufen wäre.

    Der Hecht kommt schräg von unten, öffnet unendlich langsam sein Maul und schließt es genau so langsam wieder. Irgendwie schaffe ich es mich zurück zuhalten und schlage leicht verzögert an.

    Diesmal knallt nichts und der Fisch hängt am Haken.

    So langsam wie der Biss vonstatten ging so schnell war der Drill vorbei. Ich weiß nicht einmal mehr wer den Fisch gekeschert hat. Woran ich mich jedoch sehr wohl erinnere ist, dass der Köder schon in den Maschen hing, als ich den Kescher an der Mauer hochgezogen habe. Als ich den Fisch endlich sicher im Kescher hatte, entlädt sich meine ganze Anspannung in einem Jubelschrei.

    Das Ganze hat keine viertel Stunde gedauert, aber in der Zeit habe ich das komplette Spektrum der menschlichen Gefühlswelt erlebt.

    Jetzt mussten wir nur noch auf den Offiziellen warten. Der Fisch wurde solange im Kescher unter Wasser gehältert. Auf das wohlergehen der Fische wurde von offizieller Seite explizit geachtet. Laut Reglement durften die Fische den Boden nicht berühren und kamen nur in die Wertung, wenn sie unversehrt zurück gesetzt wurden.

    Wir haben das offizielle Maßband auf ein breiteres Scale gelegt, um sicherzustellen, dass der Hecht den Boden nicht berührt. Der Fisch hatte genau 85cm. Jedoch war sich der Schiedsrichter nicht, sicher ob das Scale dem Reglement entsprach. Nach einem kurzen Telefonat war auch das geklärt und die Punkte konnten meiner Scorecard gutgeschrieben werden.


    Auch meine 3 Mitstreiter sind in meinen Jubel mit eingefallen. Von Fangneid keine Spur. Da hab ich von anderen Teams ganz andere Geschichten gehört.
    Mittlerweile war es ca. 11:20 Uhr und wir hatten noch ein Stück, bis zum Trockendock zu laufen. Um keinen Punktabzug zu riskieren, für jede Minute Verspätung gab es 5 Punkte Abzug, haben wir nur noch sporadisch ein paar Würfe riskiert.

    In der Mittagspause sind David, Kai und Ich etwas Essen gegangen. Leider haben wir nicht mitbekommen, dass es von den Veranstaltern ein Proviantpaket für jeden Teilnehmer gab.

    Zurück im Trockendock haben wir unsere neuen Scorecards abgeholt und ein bisschen Smaltalk mit den anderen Anglern gehalten. Viele Fische wurden nicht gefangen, von einem größeren Fisch als meinem, habe ich nichts gehört. Aber bei 163 Anglern wollte das nichts heißen.

    Andre, Carsten, Christian und Ich hatten uns schon vor der Mittagspause darauf verständigt, uns für den Rest des Tages auf den Hecht zu konzentrieren. Scheinbar viele andere auch! Sah man morgens noch überwiegend Barschtackle, haben viele Angler mittags auf schwereres Zeug umgestellt.
    Mit der obligatorischen viertel Stunde Verspätung hat der Organisator den Startschuss zur zweiten Halbzeit gegeben. Bevor es los ging, wurde aber noch der momentane Zwischenstand bekannt gegeben.

    Und ich muß sagen, das es ein super Gefühl ist auf Platz 1 in die zweite Halbzeit zu starten.


    Auf zur zweiten Runde!

    Ein Vögelchen hat mir während der ersten Runde gezwitschert, wo man es gut auf Hecht versuchen könnte. Da Versuch ja bekanntlich Klug macht, wollten wir die Strecke dann auch ausprobieren. Christian und Carsten wollten vorher noch einen anderen Spot ansteuern. Andre und Ich hatten nichts dagegen. Der erste Spot, den die beiden vorgeschlagen haben, war schon ganz nach meinem Geschmack, also besaßen die Beiden mein vollstes Vertrauen.

    Der neue Spot war genial. Wir standen auf einer Mauer, 3 Meter über der Wasseroberfläche, unter uns befand sich ein großes Krautfeld mit vereinzelten Lücken. Während ich einen 5,8 FSI am Weighted Offset Hook montiere, machen die Anderen ihre ersten Würfe. Andre bekommt direkt beim ersten Wurf eine schöne Attacke auf Sicht. Der Hecht stand direkt vor der Mauer und hat sich nach dem Biss ins lockere Kraut verzogen. Sein Standort war von Oben super zu erkennen und es schien ein richtig guter Fisch zu sein. Da Andres Köder nicht Weedles zu führen war, hab ich den Fisch angeworfen.

    In 5 Würfen hat der Hecht meinen Köder 3 mal attackiert, 1 Fehlbiss und 2 mal hatte er den Köder voll genommen. Und jedes mal hab ich es nicht geschafft, den Haken zu setzten.
    Ich habe beim 2 Mal extra stark verzögert angeschlagen, da das Ganze sich auf Sicht abspielte, konnte ich genau sehen, dass er den Köder noch im Maul hatte.
    Wie sich später heraus stellte habe, ich die Haken deutlich zu klein gekauft. Ich habe selber keinerlei Erfahrung mit dieser Montage und hab mir die Haken auf einen Tipp hin zugelegt. Ich hätte wohl lieber nochmal genau nachfragen sollen.

    Es stellte sich jedoch heraus, dass dies die glücklichsten Fehlbisse waren, die ich bisher hatte.
    Mittlerweile hatten sich noch vier andere Angler auf der Mauer eingefunden und haben auch einen Hecht gespotted. Bevor sie den Fisch fangen konnten, kam allerdings einer der Offiziellen vorbei und wies uns freundlich darauf hin, dass diese Stelle nur von der anderen Seite aus befischt werden dürfe. Wahrscheinlich hätte ein Fang mit einer Disqualifikation geendet. Auf der anderen Seite waren die wenigen Stellen, an denen man das Wasser erreichen konnte, schon besetzt. Also ab zu der Strecke von dem Vögelchen. Leider stellte sich das Vögelchen als nicht sehr verschwiegen heraus.
    Gefühlt hatte sich die Hälfte aller Teilnehmer an der Strecke eingefunden. Zu allem Übel fand keiner unserer vierer Truppe die Strecke sonderlich sympathisch. Es war ein strukturloser, kaffeebrauner Graben mit ganz wenigen augenscheinlichen Hot Spots.
    Also haben wir nur sporadisch hier und da mal ein paar Würfe riskiert. Ein wenig gründlicher haben wir dann noch einen anderen Gewässerabschnitt befischt, dieser sah zwar sympathischer aus, brachte aber auch keinen Fisch.
    Daraufhin haben wir uns entschieden, nochmal den Graben zu befischen, an dem ich den ersten Hecht gefangen habe. Angefangen haben wir an der Stelle, an der ich den ersten Hecht gefangen habe, um uns dann langsam durch den ganzen Graben zu angeln.

    Christian meinte dann irgendwann, dass Schockfarben an manchen Tagen ja doch den Unterschied machen würden. Ich für meinen Teil angle eigentlich nie mit Schockfarben, aber ich hatte noch einen weiß-gelben Kopyto in der Tasche. Der Köder war als Geschenk bei einer Bestellung dabei und da auf meine bewährten Farben auch nichts ging, hab ich es einfach mal probiert.

    Schon beim zweiten Wurf bekam ich einen harten Biss.

    Anschlag!
    Hängt! (kein Drama dieses mal)

    Nach einem kurzen Drill lag der Fisch auch schon im Kescher.

    Während wir auf den Schiri gewartet haben, hat Andre schon mal die Abhakmatte (die hatten wir vorsichtshalber aus dem Auto mitgenommen) fertig gemacht, Christian hat den Fotoapparat scharf gemacht und Carsten das Maßband aus meiner Tasche geholt und auf die Matte gelegt.

    Das Vermessen und die Fotos liefen ohne Probleme. 64 cm zeigte das Maßband.



    Ich war mit dem Hecht in der Hand schon auf dem Weg zum Wasser, als der Schiri mich bat kurz zu warten, da das Kamerateam unterwegs war. Das Kamerateam kam im Laufschritt angerannt, als der Fisch plötzlich zu schlagen anfing. Kurz vor dem Boden hab ich es irgendwie geschafft den Fisch
    abzufangen. Jetzt aber nur noch Kurz in die Kamera grinsen, den Hecht hoch halten und dann ab zurück ins Wasser damit. Das hat auch bis zu "zurück ins Wasser" gut funktioniert. Auf dem Weg zum Wasser wollte mein Hosenboden unbedingt Bekanntschaft mit dem Erdboden machen und da der Fisch ja den Boden nicht berühren durfte, hab ich ihn diese Erfahrung auch in voller Härte machen lassen.
    Schlussendlich hab ich es dann aber doch geschafft, den Hecht unbeschadet zurück ins Wasser zu bringen.

    Die Freude war bei uns allen riesengroß, als dann der Schiri auch noch meinte, dass es bisher wohl sehr gut für mich aussehe, war die Euphorie nur noch schwer zu dämpfen.

    Es blieb uns noch ca. eine Stunde Angelzeit, bevor wir zurück in das Trockendock mussten. Wir haben dann den Graben noch bis zum Ende abgefischt und noch ein paar Würfe an einer anderen Hafeneinfahrt riskiert.

    Gegen Ende wurde dann doch die Zeit knapp, so dass wir ohne weiteren Fischkontakt, den Rückweg zügigen Schrittes hinter uns bringen mussten.

    Pünktlich um 17:00 Uhr lagen unsere Scorecards in der dafür vorgesehenen Kiste. Jetzt hieß es warten.

    Die Preisverleihung war für 21:00 Uhr angesetzt. So sollte noch mehr als genug Zeit bleiben mit den anderen Teilnehmern zu sprechen und etwas zu essen. Für 20 Euro konnte man im Vorfeld ein Essen auf dem Gelände buchen. Kai David und Ich sind außerhalb eine Pizza essen gegangen. Christian und Carsten sind bis zur Preisverleihung zurück zum Campingplatz und Andre hatte mit seinen Kumpels das Essen gebucht.
    Nachdem wir unsere Pizza gegessen haben sind wir, gegen 18:00 Uhr, zurück zum Trockendock gelaufen. Dort sollte das Essen um 17:30 beginnen, tat es aber nicht. Daran sollte sich auch bis kurz nach acht nichts ändern.

    Während der verbleibenden Wartezeit, hat der eine oder andere doch den Wunsch nach mehr Sitzplätzen laut werden lassen. Während vieler Gespräche hörte man immer mal wieder von guten Fängen, so dass es bis zum Ende sehr spannend bleiben sollte. Apropos Ende, die Preisverleihung ließ wirklich sehr lange auf sich warten. Ich kann durchaus verstehen, dass bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung, es immer mal zu Verspätungen kommen kann. Aber das die Preisverleihung mit 2 Stunden Verspätung anfing und mit den Worten eingeleitet wurde, das es immer noch deutlich früher wäre, als letztes Jahr, stieß nicht nur meinen Begleitern sauer auf. Nach nur 2 Stunden Schlaf und mittlerweile fast 19 Stunden auf den Beinen, sank die Stimmung bei uns allen doch deutlich.

    Das hatte leider auch zur Folge das von 17 bis 23 Uhr die meisten schon das Gelände verlassen hatten. Es machte den Eindruck das nur noch geblieben ist wer berechtigte Hoffnung auf einen Preis hatte, plus ein paar Freunde. Mit anderen Worten, die Preisverleihung war leider nicht mehr sonderlich gut besucht. Was ich den Veranstaltern jedoch sehr zu gute halte, ist das zu späterer Stunde alle Getränke kostenlos waren, vorher kostete jedes Getränk 2 Euro.

    Im Endefekt konnte es mir jedoch egal sein, ich hatte ja immer noch gute Chancen auf einen Platz ganz vorne.

    Zuerst wurden die Preise in der Teamwertung verteilt. Nachdem Platz 2 aufgerufen wurde, war für Andre und mich klar das wir das Ding mit 149 cm gewonnen hatten



    In der Einzelwertung
    konnte dann natürlich auch nichts mehr anbrennen, da Andre ja ohne Fisch war.




    Nach der Preisverleihung kam der Reporter vom Kamerateam auf mich zu und fragte, ob ich noch ein Interview geben könnte, leider hätte er nur eine Kamera und die filmt die restliche Zeremonie. Da noch die kompletten Kajak- und Bootsangler an der Reihe waren und ich während des Events schon 2 Interviews gegeben hatte, musste ich das leider verneinen.
    Es stand ja noch 1 Stunde fahrt zu David´s Haus an und die Aufregungen des Tages und das Schlafdefizit forderten wirklich Ihren Tribut. Nochmal 1,5 Stunden Wartezeit konnte ich weder mir noch meinen Begleitern antun.

    Ich habe mich wirklich sehr gefreut, auch wenn ich eigentlich erst einen Tag später wirklich realisiert habe, was da passiert ist.

    Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass man dieses Event nicht allein durch anglerisches Geschick gewinnen kann. Es gehört auch jede Menge Glück dazu. Weiterhin bin ich mir sicher, dass man die WPC nur als gut funktionierendes 4er Team und nicht als 2 konkurrierende 2er Teams gewinnen kann.

    PS: Ich möchte mich ganz herzlich bedanken bei:

    Andre, Christian und Carsten, wenn ich mir ein Wunschteam „basteln“ könnte, würde es aus euch Drei bestehen.

    David und Kai für Ihren Support, wir werden auf jeden Fall nochmal ein entspannteres Wochenende in NL verbringen.

    Den Veranstaltern und Sponsoren der WPC für ein tolles Event (mit ein bisschen Verbesserungspotential) und super Preisen.

    Meiner Frau für Ihr Verständniss meine Angelleidenschaft betreffend und fürs Korrekturlesen.

    Und allen die ich vergessen habe.

    Gruß Michael
    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: World Predator Classic 2015 - Erstellt von: Bongi303 Original-Beitrag anzeigen
    Kommentare 28 Kommentare
    1. Avatar von sp!nner
      sp!nner -
      Suupi!
    1. Avatar von Daweed
      Daweed -
      War schon echt der Knaller :) Dass Holland WE muss auf jeden Fall kommen ! Auch an dieser Stelle nochmal meinen Glückwunsch !
    1. Avatar von rumpel
      rumpel -
      Klasse, Glückwunsch und ein dickes petri
    1. Avatar von Steppo
      Steppo -
      Schönes Ding!
    1. Avatar von Bongi303
      Bongi303 -
      Danke Männers!
      Freut mich das euch der Artikel gefällt. Ich hatte schon die Befürchtung das es ein wenig zu ausschweifend ist

      Danke auch dafür das ich mich den Rest des Jahres von grünen Keksen ernähren kann
    1. Avatar von Socratez
      Socratez -
      Zitat Zitat von Bongi303 Beitrag anzeigen
      Ich hatte schon die Befürchtung das es ein wenig zu ausschweifend ist
      Das ist genau Richtig! Ist schön wie die Emotionen und Gedanken rüber kommen!
    1. Avatar von Vax
      Vax -
      Top! Danke für den Bericht.
    1. Avatar von dani
      dani -
      Herzlichen Glückwunsch und Danke fürs einstellen. Mein Morgen ist damit gerettet !
    1. Avatar von Hans
      Hans -
      wenn nicht ausschweifend, dann nicht emotional. Ich finde es gut, da man sich voll und ganz in dich hineinversetzen kann. Warte auf weitere Zeilen von deinen Ausflügen
    1. Avatar von Blackmax
      Blackmax -
      Beim lesen konnte man fast live miterleben, was du erlebt hast - Danke!
    1. Avatar von Lepi
      Lepi -
      Super geschrieben, Danke!
    1. Avatar von Bongi303
      Bongi303 -
      Zitat Zitat von Hans Beitrag anzeigen
      Warte auf weitere Zeilen von deinen Ausflügen
      Das könnte schneller gehen als ich selber gedacht hätte.
      Christian vom "gegnerischen" WPC Team hat mich gestern angerufen, wir sind jetzt in einem gemeinsamen Team beim Gunki Irontournament.

      Die ersten paar Tage nach der WPC war ich mir noch sicher das ich so schnell kein Tournament mehr besuchen werde.
      Aber jetzt wo sich alles gelegt hat, habe ich irgendwie wieder Bock.

      Gruß Michael
    1. Avatar von Daweed
      Daweed -
      Zitat Zitat von Bongi303 Beitrag anzeigen
      Das könnte schneller gehen als ich selber gedacht hätte.
      Christian vom "gegnerischen" WPC Team hat mich gestern angerufen, wir sind jetzt in einem gemeinsamen Team beim Gunki Irontournament.

      Die ersten paar Tage nach der WPC war ich mir noch sicher das ich so schnell kein Tournament mehr besuchen werde.
      Aber jetzt wo sich alles gelegt hat, habe ich irgendwie wieder Bock.

      Gruß Michael
      Solange man Sitzmöglichkeiten hat gehts ja
    1. Avatar von Bongi303
      Bongi303 -
      Zitat Zitat von Daweed Beitrag anzeigen
      Solange man Sitzmöglichkeiten hat gehts ja
      Ach ja da war doch noch was.

      Ich glaube ich schnall mir eine Liege auf den Rücken
    1. Avatar von Socratez
      Socratez -
      Wichtig ist, dass du in einem team bist, das zum Ende da bleibt *g*
      Und bei den Gezeiten in den Richtigen Ecken stehst *g*
    1. Avatar von Kanalbarschjäger
      Kanalbarschjäger -
      Mensch, nun war ich tatsächlich schon mal mit einem WPC Gewinner fischen...
    1. Avatar von Bongi303
      Bongi303 -
      Und?
      Wie hat es sich angefühlt Meisterlich zu schneidern?
    1. Avatar von sp!nner
      sp!nner -
      Wie sonst auch immer?
    1. Avatar von Rednec
      Rednec -
      Zitat Zitat von Kanalbarschjäger Beitrag anzeigen
      Mensch, nun war ich tatsächlich schon mal mit einem WPC Gewinner fischen...
      Und was haste gelernt?
      Oder doch eher umgekehrt ?
    1. Avatar von Kanalbarschjäger
      Kanalbarschjäger -
      Was wir gelernt haben, war etwas was wir eigentlich eh schon wussten.
      Das der Rhein im Winter eine Hure ist.