• "Unter Brücken angeln" - vs. - Mehr Sicherheit auf deutschen Schifffahrtsstrassen

    Grund für mich diesen Beitrag zu schreiben, war ein Bericht aus der letzten Esox-Ausgabe Juni 2012. Dort wurde propagiert, dass sich sogenannte Hotspots unter Flußbrücken bzw. vor, hinter und neben Brückenpfeilern befinden.

    Dass Fische sich unter Brücken aufhalten, ist kein großes Geheimnis. Oft sieht man Uferangler unter Brücken werfen, die zwar meist mehr Hänger als Fische am Haken haben, aber darum geht es hier nicht.
    In dem zuvor genannten Angelmagazin wird die Angelei unter Brücken von Boot aus beschrieben. Erst einmal ist bei allen angeblichen Fangaussichten zu sagen, dass jeder der einen Bootsführerschein gemacht hat wissen müßte, dass unter vielen Brücken dass Fischen bzw. auch nur Aufenthalt mit einen Sportboot (Angelboot) verboten ist. Dass hat seinen vernünftigen Hintergrund, denn viele Brücken haben einen oder mehrere Stützpfeiler in der Mitte der Fahrrinne. Solche Pfeiler sind meiner Meinung nach nicht selten überbewertete „Spots“, sondern in erster Linie ein Hindernis für die gewerbliche Schifffahrt.

    Das gleiche gilt für stehende oder treibende und mit E-Motor betriebene Angelboote. Sie stellen in der Fahrrinne eine Behinderung für die gewerbliche Schiffahrt dar.

    Wer mit seinem Boot unter Brücken angelt, sollte sich folgender Fakten bewußt sein:

    Durch die Fundamente, die nicht nur mitten in der Fahrrinne, sondern in der Regel auch rechts und links an den Ufern durch weitere Anschüttungen weit ins Wasser ragen, entstehen erhöhte Druckverhältnisse für den Wasserlauf. Der gesamte Strömungsdruck steigert sich in solchen Bereichen. Deutlich wird dies an den Mittelpfeilern. Man kann gut erkennen wie das Wasser dort vorbeisaust. Selbst haben wir es schon erlebt, dass wir mit unseren Booten, mit auf 100% Leistung laufenden Elektromotor dort einfach mitgerissen wurden. Diese Situation gilt insbesondere dann, wenn Frachtschiffe vorbeifahren. Wir haben 30 und 50 PS Motoren auf unseren Booten, doch selbst die bieten keine Sicherheit in haarsträubenden Situationen, die wir immer wieder unter Brücken bei anderen Anglern beobachten. Ein Frachter kommt, oder zwei, oder drei - nebeneinander im Gegenvekehr - und schon wird ein eigentlich friedlicher Fluss, der so wie z. b. die im Esox abgebildete Maas +/- 100 Meter breit ist, mit 3 x vielen Metern Bootsbreite, zzgl. Brückenpfeiler, zzgl. ins Wasser ragende Fundamente - zur strudelnden Zwickmühle !

    Die Krönung ist immer noch, wenn hinter den Pfeilern oder sogar in der Fahrrinne mit kleineren Booten geankert wird. Was passiert wenn sich ein Anker losreißt, der Motor noch nicht läuft - oder unglücklicher Weise mal gar nicht anspringt - kann sich jeder denken.
    Das sehen wir zwar nicht so oft, aber es gibt sie noch heute, die leichtsinnigen Titanic Kapitäne, die sich einbilden, es kann ja nchts schief gehen. Wer schon mal am Rhein gestanden und das Wasser beim Vorbeifahren eines Containerschiffes beobachtet hat, der weiß, dass so ein Teil den Wasserspiegel rund 50-70 cm absinken lassen kann (ja - bis 70cm - richtig gelesen!). Diese ungeheuren Kräfte reissen alles mit sich. Ein kleineres Angelboot mit Besatzung, kann darin zum unkontrollierbaren Spielball im Fluss werden.

    Gerade unter den heutigen Bedingungen, wo jeder Angler der auf´s Wasser will, und nachvollziehbar nicht zu Beginn mit solchen Booten los ziehen kann wir sie haben, sondern erst mal klein anfängt, ist die Gefahr noch größer. Wer mit einen 3,30 m GFK Schipperschälchen, bestückt mit E-Motor und bestenfalls einem 10 PS Motor unter Brücken unterwegs ist, hat wenn er schläft bzw. kurz nicht aufpaßt, kaum ein Chance einem Frachter, oder noch extremer, einem Containerschiff in direkter Nähe zu entkommen.

    Was passiert eigentlich, wenn man ggf. unter einer Brücke "den" Meterhecht oder einen 90er Zander am Band hat? Glaubt mir, selbst bleibe recht cool wenn das passiert. Aber ich habe Leute auf meinem Boot erlebt, die waren bei einem 80er Pike so unter Hochspannung, dass sie während des Drills kaum noch ansprechbar waren. Und so jemand angelt dann - vielleicht auch noch allein - auf einem oben erwähnten kleinen GFK Boot unter einer Brücke? Quer zur Strömung oder mitten in der Fahrrinne, vor und zwischen vorbeifahrenden Schiffen? Wegen einem im Esox erwähnten "Schattenplatz"?
    Dafür begibt man sich in eine unkalkulierbare Gefahrensituation? Wegen einem Fisch?

    Die Brücken auf der Maas die im Esox abgebildet sind, stellen welche der gefährlichsten Stellen im Fluß dar, die mir überhaupt auf Flüssen bekannt sind. Beide Brücken liegen im Auslauf von Flusskurven. Das heißt, der Strömungsdruck ist dort oft höher als auf gerader Strecke und man kann den Flussverlauf bestenfalls ein paar hundert Meter einsehen, was das Angeln dort unter den Brücken besonders gefährlich macht.
    Zwischen den beiden Brücken die dort fotografiert wurden, ist in jeweils etwa 500 Metern Entfernung eine Flussabzweigung mit Schleuse. Von da aus kommen auch noch unübersichtlich Schiffe raus. Es sind dort bereits einige Unfälle passiert. Mitten zwischen den Brücken ist auch noch eine stark frequentierte Hafeneinfahrt.



    Die gelbe Linie ist eine AB Brücke, rechts unter dem Flussabzweig, ist eine Eisenbahnbrücke (die mit dem gelben Zahlen 4-10 im Esox) schwach zu erkennen.

    Sicher ist nicht jede Gegebenheit bzw. jeder Flussabschnitt so kniffelig. Aber leichtsinniger kann meines Erachtens, genau dort oder an anderen ähnlichen Stellen als Angler wirklich nicht mehr vorgehen, als unter Brücken zu angeln.

    Letztes Jahr wurde ein Freund von mir und sein Sohn auf deren Boot, genau dort an der Stelle - von einem ausweichenden kleineren Kiesfrachter - etwa 100 Meter hinter der Eisenbahnbrücke, sehr dicht ans Ufer nahezu auf die Steine gedrängt. Das Ganze ist passiert, wegen unachtsamen Anglern unter der abgebildeten Brücke. Die Angler unter der Brücke haben das schnell kommende Schiff in Talfahrt nicht gesehen und es noch so gerade eben geschafft auszuweichen. Nicht nur dass den beiden Angst und Bange geworden ist (meinem Freund und seinem 16 jähriger Sohnemann), die Besatzung des Schiffes war draußen und hat berechtigt einen Affentanz aufgeführt.

    Mir geht es hier jedoch nicht expliziet um die örtliche Situation wie oben beschrieben, sondern um menschliches Verhalten. Wer schon mal viele Stunden vertikal und somit sitzend geangelt hat, der weiß, dass man dabei auch mal schnell ein wenig „dösen“ kann. Im Februar diesen Jahres ist einem meiner Gäste die Vertikalrute beim Angeln wortwörtlich aus der Hand gefallen. So was passiert halt mal nach vielen Stunden sitzenden angeln.
    Wenn es hier nicht so ernst wäre, könnten wir drüber lachen (hatten wir im Februar auch gemacht, wir waren auf einem See). Wer aber morgens um 4 oder 5 Uhr aufgestanden ist, der darf sich nicht m. E. nicht in die Situation begeben, bei der er zu 300% bei der Sache zu sein hat. Aber das geht nicht wirklich, wenn man ehrlich ist. Denn wir sind halt Menschen und kein technisches Überwachungssystem, das sich um nicht anderes kümmert als aufzupassen.

    Wem dass alles noch nicht reicht um die Gefahr zu erkennen, der sollte sich mit der heutigen Technik auf Schiffen beschäftigen:

    Die Frachtschiffe sind heute sehr viel größer als sie es jemals zuvor waren. Die Steuerstände sind manchmal sogar auf Hebescheren aufgebaut, die raufgefahren, um etwas weiter sehen und abgelassen, um unter Brücken hindurch fahren zu können. Tatsache ist jedoch, die Schiffsführer sehen trotzdem nicht was direkt vor solch einem Schiff ist, sondern nur das was weit, sehr weit vor deren tonnenschwerer Fracht liegt. Dieser Umstand macht es nicht leichter für die Kapitäne, die oft selbst unter Zeitdruck und Stress stehen.
    Heute haben alle gewerblichen Schiffe doch Radar, wird man sich vielleicht fragen, und das ist richtig. Doch genau hier liegt der Knackpunkt. Auf solch einem GPS verbundenen Radar, sieht man sich selbst und die umliegende Umgebung in Echtzeit von vorn bzw. oben. Alle Gegenstände, wie Ufer, Baüme, Schiffe und Brücken, werden nur schemenhaft ähnlich wie Wolken oder Wattebausche dargestellt.

    Was denkt ihr, sieht einen Schiffsführer auf einem großen Schiff, der von oben mit dem GPS oder Radar auf eine Brücke schaut, wo ein Angler mit seinen Boot hinter einem Brückenpfeiler den „Schattenjäger“ spielt? Richtig, er sieht u. U. rein gar nichts vom Angler unter den Brücke - bis auf die betonierte Brücke selbst in der Vorder bzw. Draufsicht, denn der Angler ist im Radarschatten.

    Vollkommen unsichtbar ist ein Angler auf seinem Boot, wenn er hinter einem Brückenpfeiler steht, dessen Durchmesser geringer als die Brücke selbst ist. Wer dann einem Schiff ausweichen muß, und auf der anderen Seite kommt noch ein Frachter den man hinter dem Brückenpfeiler nicht gesehen (gepennt, Starkregen, Nebel) oder schlicht nicht gehört hat, der braucht einen guten Schutzengel. Die habe ich unter Brücken übrigens noch nie gesehen.
    Ein Kapitän fährt übrigens auch bei Nebel unvermindert unter Brücken durch. Da könnten ggf. 10 Angler mit ihren Booten stehen. Noch mal, er fährt weiter, eben weil er Angelboote ggf. hinter Pfeilern im Schatten des Radar und dem GPS überhaupt nicht sehen kann!!!

    Die im Esox gewählte Überschrift "Schattenjäger" bekommt somit eine ganz andere, dennoch viel zutreffende, brandgefährliche Bedeutung für Bootsangler unter Brücken.

    Man muß ganz klar sagen, Angler die gerade mal eben nicht auf Schiffe achten, weil sie sich auf´s Angeln konzentrieren und evtl. mit Gegenwind den drohenden Kolloß nicht hören, sind unter Brücken in Lebensgefahr!

    Große moderne Schiffe mit ihren neuen leisen Motoren, hört man übrigens mit Gegenwind manchmal erst bei +/-100 Meter Nähe, selbst dann wenn sie in voller Fahrt sind! Und dann kann es zu spät sein. Erwartet nicht das ein Frachter hupt, warum auch, wenn er euch nicht sieht!

    In Schleusenbereichen mit Brückennähe sind die zuvor genannten Umstände noch mal verschärft. Denn die Schiffe lassen sich schon weit im Vorfeld der Schleuse "ausrollen". Gemeint ist, der Motor läuft im Leerlauf. Der Angler hört fast gar nichts vom nahenden Schiff.

    Noch mal zum Nebel oder starkem Regen: Unter Brücken ist es genau so nebelig wie auf dem Fluß und genau solange schön trocken, bis der Frachter - scheinbar aus dem Nichts kommt!

    Ein älterer Freund von mir hat ein Containerschiff wie sie auf Rhein, Maas, Ems, Elbe usw. fahren, fast 3 Jahrzehnte gelenkt. Er konnte detailliert berichten, dass ein kleiner Frachter etwa 300-500 Meter braucht, um gegen die Strömung aus voller Fahrt zu stehen. Bis zu 500 Meter Bremsweg!
    Aber das ist noch nicht alles:
    Den ehemaligen Schuber meines Freundes, hat er bis vor 3 Jahren gefahren. Die 13.000 PS Maschine stand aus voller Fahrt mit dem gesamten Schiff erst nach 1200 Metern still:

    Nach 1,2 km steht so ein Ding!!!


    Allerdings gilt diese verkürzte Bremsstrecke für solch ein Schiff nur in einer Notsituation - bei voll eingelegten Rückwärtsgängen!
    Dass ist bei allen größen Frachtern und Schubern so! Macht sich demnach bitte keiner Illussionen, so ein Teil könnte mal eben effektiv bremsen oder vielleicht ein bischen zur Seite fahren!

    Glaubt jetzt noch wer ernsthaft, wenn ein Angelboot unter der Brücke 100 Meter vor einem Schiff steht, der Angler darauf dort friedlich von Barschen und Zandern im Schatten träumt, dass ein Kapitän dem noch ausweichen könnte?
    Wenn so ein Apparat auf einen zukommt, der 8 PS Yamaha von 1998 dann in Panik nicht sofort anspringt, der kann noch so einer guter Schwimmer sein, es ist vollkommen zwecklos.
    Aber davon abgesehen, wenn ein solches Schiff auf Flüssen wie Dortmund-Ems- Kanal oder der Maas bremsen könnte, wo soll so ein Teil von 10 - 15 Metern Breite und oft über 100 Meter Länge denn hin? Soll er gegen Brückenpfeiler, oder raus zu einen Ausflug mit 4000 Tonnen Fracht auf die Steinpackung fahren? Und das vielleicht an jeder zweiten Brücke, weil Angler ihrem Vergnügen nachgehen?

    In unserer Region wird jeder Bootsfahrer – und gerade in Holland wo der Verfasser des Berichts im Esox angelt – unter einer Brücke von der Polizei, Rijkswaterstadt und letztlich von den Fischereikontrolleuren, auf das zuvor genannte und die extreme Gefahr unter Brücken hingewiesen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass das dem Verfasser des Schattenjägerabenteuers nicht bekannt wäre.
    Es ist für mich völlig befremdend, wenn der Autor dem Anschein nach schon keinen Wert aus Sicherheit legt, wie dann die Redaktion des besagten Angelmagazins solch einen Artikel überhaupt veröffentlichen kann. Was mich wirklich nur noch den Kopf schütteln läßt, ist der Umstand, dass die Angelei unter Brücken und deren Stützpfeilern, ohne jegliche Einschränkung und ohne jeglichen Gefahrenhinweis als „so interessant“ in dem besagten Blatt beschrieben wird.

    Die Holländer arbeiten übrigens neben der Aufklärung in unserer Gegend daran, Angelboote komplett aus der Fahrrinne und erst recht den Aufenthalt und Brücken auszugrenzen, was als durchaus sinnvoll zu bezeichnen ist:

    In den letzten beiden Jahren sind 2 Angler bei 2 Unfällen an der Strecke Maas – Waal Kanal, unter einer Brücke von einen Frachtschiff überrollt worden. Der Kapitän hat sie weder auf dem Radar gesehen, noch konnte er ausweichen. Der Fehler unter einer dieser Brücken zu angeln, war für die Männer das sofort vollstreckte Todesurteil. Die Leichen konnte man erst Tage danach finden. Beide hatten keine Schwimmwesten getragen - genauso wenig wie der Verfasser im Esox auf seinen Bildern. Und das auf einer viel befahrenen Schifffahrtstrasse; Zitat, einem so genannten „Hotspot“.

    Mein alter Freund der Kapitän, hat unverschuldet ein kleines Segelboot mit seinem Frachter in seiner Laufbahn überfahren. DerUnfall hat ihm ein großes Stück Lebensglück genommen, er träumt bis heute nachts von dem schrecklichen Ereignis:

    Ein kleines Segelboot war für ihn in der Dämmerung und auf dem Radar nicht zu sehen. Es war mit einem jüngeren Pärchen besetzt. Sie leben nicht mehr, weil sie leictsinnig mit ihrem Boot - unter einer Brücke gestanden haben...

    Paßt auf euch auf.
    Micha
    Kommentare 43 Kommentare
    1. Avatar von luxi
      luxi -
      Sauber.........
    1. Avatar von sepp
      sepp -
      Super Sache - Guter Einsatz - hoffentlich hilfts !
    1. Avatar von maikh
      maikh -
      Danke für die Mühe....bleibt zu hoffen, dass es was bringt. ;)
    1. Avatar von Mike
      Mike -
      Das warten hat sich gelohnt.

      Ich befinde mich zwar nicht in der Zielgruppe fand es aber interessant und informativ geschrieben.

      Danke!
    1. Avatar von Ingo
      Ingo -
      Sehr gut geschrieben! Auch für mich als nicht Bootsangler verständlich. Hast du den Brief mal zum Esox gesendet? Würde mich wundern was die dazu sagen.
    1. Avatar von Hans
      Hans -
      Du meinst wohl...


      dich würde es interessieren, was sie dazu sagen.
    1. Avatar von Ingo
      Ingo -
      Ja genau, Wunder nehmen ist so ein Schweizerdeutscher Begriff, langsam habe ich das schon drin.
    1. Avatar von dernico12345
      dernico12345 -
      Super Beitrag. Das müsste nur noch die Leser vom Esox erreichen, als Nachtrag.
      Ich selbst hatte mir den Artikel auch schon angeguckt, aber wäre nie auf den Gedanken gekommen, wie gefährlich das ist.
    1. Avatar von -GT-
      -GT- -
      Super Beitrag, hatte ich im Thread ja bereits erwähnt.

      Derselbe Artikel ist übrigens auch in der "Blinker" erschienen, da es aber zum selben Verlag gehört wird es denke ich auch dort ankommen ?
    1. Avatar von Millo
      Millo -
      Klasse Beitrag,ich kann Blackmax nur zustimmen.Es ist kein Fisch wert sich solch einer Gefahr auszusetzen!
    1. Avatar von Xaxa
      Xaxa -
      Hatte den Artikel im Essox auch gelesen, und mir gar nicht so viel dabei gedacht.

      Insbesondere die Infos über Sichtfeld und Radarschatten waren wirklich hilfreich.
      Danke für den super Bericht!
    1. Avatar von Rapante
      Rapante -
      Das ist ja genau die Gefahr! Mann wird den Jungs vom Esox natürlich keine Vorsätzlichkeit vorwerfen können. Sie haben es einfach nicht besser gewusst.

      Allerdings hat mir vor vielen, vielen Jahren mal ein Jugendrichter ins Gesicht gesagt "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!"

      Was man der Redaktion vorwerfen kann ist dass die nicht wirklich recherchiert. Da schickt ein bunter Typ ein paar zusammengenagelte Textzeilen und ein paar Bilder, irgendwann passt das dann mal in die Jahreszeit und dann wird es ohne zu hinterfragen veröffentlicht. Sind ja tolle Bilder dabei!

      Ich finde gerade im Esox sind seit der Ausrufung des "predator only" einige fragwürdige Artikel aufgetaucht. Als noch alles grün war hat mir diese Zeitschrift weitaus besser gefallen. Aber so ändern sich eben die Zeiten....
    1. Avatar von Lusso
      Lusso -
      Als Untermaurung der warnenden Wort von dem Autor mag auch folgende Schlagzeile dienen:

      http://www.bild.de/news/inland/schif...9482.bild.html

      Junger Ruderer (14) gerät unter Frachtschiff – tot!
    1. Avatar von sepp
      sepp -
      tja - wer weiss - hätte er ne 15 ps Maschine dran gehabt - wär er vielleicht weg gekommen?
    1. Avatar von Blackmax
      Blackmax -
      Zitat: „Die Jungs sind in die Fahrrinne des normalen Schiffsverkehrs gekommen”, sagt ein Polizeisprecher. Der Frachterkapitän kann den Unfall nicht mehr verhindern, das Ruderboot wird schwer....

      Hätte, wenn, vielleicht Sepp - es ist zu spät.

      Wie der Zufall das will:
      Dienstag war ich bei einem Kunden in Holland. Der erzählte, das im Hafen der "Ouden Ijssel" bei Doetinchem ein Frachter zwei ältere Angler in einem GFK Boot - mit Motor - überfahren hat. Sie standen HINTER EINEM BRÜCKENPFEILER, wurden durch den Sog ans Schiff gezogen und im Strudelwasser der Schraube gekentert. Beide hatten keine Schwimmwesetn an Beide sind tot.
    1. Avatar von sepp
      sepp -
      Hey Micha,

      sicher ist es zu spät. Jedoch ist deswegen doch ein Nachdenken darüber nicht verboten ob der Unfall hätte verhindert werden können, das hilft zwar dem Jungen nicht mehr, aber vielleicht hilft es andren. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich damit ausdrücken.

      So weit ich den Artikel richtig gelesen haben, sind die im Hafenbecken rumgerudert und dort zu nahe an den Schleppverband rangekommen.

      Darum nochmal eindringlich mein Appell - wegbleiben von den dicken Pötten. Die Kapitäne haben keine Chance Euch zu sehen, geschweige denn auf Euch zu reagieren. Besser mal in grossem Abstand vorbeifahren und sicherlich immer Schwimmwesten tragen

      LG
      Sepp
    1. Avatar von nasobem
      nasobem -
      Mit 14 ist aber nicht mit Motor, oder?

      Zitat Zitat von Badische Zeitung Beitrag anzeigen
      Bei der Suche nach dem Jungen entdeckten Taucher der Wasserschutzpolizei Leichenteile.
      Der muss richtig übel von der Schraube erwischt worden sein.
    1. Avatar von Blackmax
      Blackmax -
      Eigentlich sollte man die Meldung dem Autor des Artikels "Schattenjäger" und auch dem Esox zukommen lassen. Leichenteile - von einer Schiffschraube zerlegt - mehr Warnung geht nicht mehr.

      In Kürze schreibe ich den Esox in der Hoffnung an, dass so was schreckliches wie dem Jungen niemanden passieren wird.
    1. Avatar von rockwell
      rockwell -
      Danke für's "Augen öffnen" und sensibilisieren !!! Top Beitrag !!!
    1. Avatar von Carnot
      Carnot -
      Bei der Funktionsweise eines Radargerätes hast du aber was falsch verstanden.
      Der Schiffskapitän sieht eine vor ihm liegende Brücke auf dem Radarschirm in der VORDERansicht und NICHT in der DRAUFsicht! Folglich liegt ein Sportboot unter einer Brücke auch nicht im Radarschatten!