• Black Bass World Championship 2009



    „Come to Mexico and you will have a lot of Fun“

    Das waren die einladenden Worte beim Gala-Dinner der letzten WM am Gardasee. Bis zu hundert Black Bass am Tag sollte man am El Cuchillo fangen können und noch dazu in unglaublichen Größen.

    Daher sollten wir auch große Köder mitbringen.
    Mit diesen Vorgaben und unseren Informationen aus dem Internet über den See ging es dann am 03. November nach Frankfurt an den Flughafen. Nach einer Reisezeit von fast 22 Stunden kamen wir nachts um 02.00 Uhr im Hotel Don Carlos an. Der erste Blick am Morgen auf den See war vielversprechend.



    Da wir wegen dem Jetleg einen Tag früher angereist waren, durfen wir heute noch nicht im El Cuchillo fischen. Dennoch, im Hotelteich hatte es auch Black Bass und da wurde es uns erlaubt uns austoben.



    Nachdem wir den gesamten Bestand von ca. 30 Barschen einmal gefangen hatten, war es dann auch genug.



    Carlos der Organisator und beste Schwarzbarschangler am See, hatte uns Informationen versprochen, doch leider hatte er immer gerade keine Zeit, wenn wir ihn getroffen hatten. So kam der erste Trainingstag und die einzigen Infos, die wir hatten waren aus dem Internet. Am Morgen dann erst mal dichter Nebel.



    Die Boote sind im Blindflug gestartet. Doch ohne Kompass und GPS fuhren wir im Kreis und hätten beinahe eine Insel gerammt. Mit Schrittgeschwindigkeit ging es am Ufer entlang, bis sich der Nebel gelichtet hatte. Unser Fahrer sprach nur sehr wenig englisch und wir kein spanisch. Er hat uns den ganzen See gezeigt und die Punkte, die er so befischt. Die mitgebrachten Großköder befand er aber alle als zu groß. Wir haben dann auch ein paar Schwarzbarsche gefangen, aber richtig groß waren sie nicht. Der erste Wettkampftag kam und wir hatten immer noch keine Infos von Carlos. Alle drei Fahrer meinten, wenn wir fünf Barsche hätten, die so im Schnitt zwei Pfund schwer wären, sei das ein gutes Ergebnis. Also erst mal fünf Barsche pro Team fangen, und dann versuchen größere zu bekommen. Nach den fünf Maßigen sind wir zu einem alten Baum gefahren, der aus den vielen herausragte. Marc hat dort diesen Dreipfünder rausgekitzelt. Das war unser größter Fisch.



    Kurz darauf bekomme ich auf den Senko einen Biss. Es ist ein Hammerfisch und ich bring ihn auch bis zum Boot. Doch was ist das?? Es ist kein Schwarzbarsch, so eine Sch…… Wir lernten dann schnell, was das auf spanisch heißt.



    Unsere Taktik hatten wir alle gut umgesetzt, bis auf das mit der Größe. Am Abend dann das Wiegen. Wir wurden auf dem Bassboot sitzend zur Bühne gefahren. Gegenüber war die Tribüne voll besetzt und die Menschen jubelten bei jedem heranrollenden Boot.



    Wir waren stolz, dass alle drei Boote fünf Fische zur Waage brachten. Doch dann kam das Tagesergebnis und die Ernüchterung. Es reichte lediglich nur für die Platzziffern 21,22 und 23 von 28 Booten. Die Abstände zum Mittelfeld waren zwar nicht allzu groß, aber die anderen hatten bei ihren fünf Fischen eben ein oder zwei Dicke dabei. Dick heißt zwei Kilo aufwärts. Mit dieser Platzziffer 66 hatten wir keine Chanze mehr, eine Platzierung im oberen Mittelfeld zu erreichen. Die neue Taktik war jetzt alles oder nichts, denn was bringen fünf Fische, wenn du dann Letzter bist. Nur die „Dicken“ bringen dich nach vorne und da lag unser Problem. Nicht dass wir keine Kontakte gehabt hätten, aber einen Biss bekommen und den Barsch zu landen, dazwischen liegen Welten und viel Glück. Das Letztere hatten wir bei dieser WM leider gar nicht.

    An dieser Stelle wird es endlich Zeit mal etwas genaueres über das Angeln im El Cuchillo zu erzählen. Heavy-Cover-Angeln war angesagt und zwar in der reinsten Form.
    Was dies bedeutet zeigen die nächsten Bilder







    Die Barsche stehen in den überfluteten Bäumen und zwar genau in der Mitte der Baumkrone oder unmittelbar am Stamm. Wenn ich sage unmittelbar am Stamm, dann meine ich nicht 20 cm daneben, sondern eben direkt am Stamm. Diesen aber genau anzuwerfen ist nicht so einfach bei den vielen Ästen. Und nun die Montage. Geflochtene Schnur nicht unter 50 Pfund Tragkraft, besser 65 Pfund. Floridarigg, das heißt, das Bullet ist fest auf dem Köder, der Widegapehaken im Köder und direkt an der geflochtenen Schnur. Die Bremse ist bis zum Anschlag zugedreht. Du wirfst den Stamm an, der Köder fällt, es kommt der Biss, Anschlag und Vollgas. Jede Zehntelsekunde Zeitverzögerung führt zum Verlust des Fisches - so die Theorie.
    In der Praxis sah das bei unserem Team anders aus. Du bekommst den Biss und der Fisch setzte sich fest oder die Schnur riss. Unglaublich, denn bei einem Hänger ist die Montage nicht abzureisen gewesen, da bog sich eher der Haken auf. Die anderen Teams mit Großbarscherfahrung haben dann doch den einen oder anderen Fisch landen können.
    Am zweiten Wettkampftag haben wir die Stellen der Teams abgefischt, die am Vortag ganz vorne lagen. Beim dritten oder vierten Wurf mit Crankbait dann ein Hammerbiss. Ich schlage an, komme aber gar nicht mehr dazu, die Rutespitze ins Wasser zu bringen. Da schraubt sich der Dickbarsch auch schon aus dem Wasser und der Crank kommt mir entgegengeflogen. Wenn es denn so wieder losgeht, kanns ja lustig werden. Und es ging so weiter. Am Ende hatten wir wieder keine Dicken im Boot und unseren letzten Platz gefestigt. Die Mannschaften, wie Russland und Venezuela, die am ersten Tag vorne lagen, hatten heute auch nicht mehr Glück als wir. Die Fische waren an ganz anderen Plätzen gefangen worden.
    Ganz vorne lag heute Swaziland mit einem Rekordbarsch von 6 kg!!!!



    Das Team hatte den Topspot von Carlos (weiße Mütze) gefunden, der uns jetzt auch noch ein paar Infos gab. Diese führten uns aber auch nicht zum erhofften Erfolgt, da die Fische am letzten Tag wieder an anderen Stellen zufinden waren. Wir sollten in 12-16 ft Wassertiefe fischen, da sich dort die Fische aufhalten würden. Das beste US-Team hatte eine Stelle im Fluss gefunden, an der die Fische bei 2-3 ft standen und zwar lauter Dicke. Wir waren zwar auch in diesem Abschnitt und hatten am anderen Ufer in besagter Wassertiefe die Bäume abgefischt, aber mit sehr viel weniger Erfolg. Als ich unseren Fahrer fragte, was am anderen Ufer sei, sagte er - dort hat es keine Schwarzbarsche, zu flach und zu viel Bewuchs. Die beiden anderen US-Teams hatten auf dem See zwischen zwei Inseln mit dem Humminbird Sidefinder dicke Fische ausgemacht. Wir hatten schon gesehen, dass sie am ersten Abend mit dem Labtop alle Daten der drei Boote auf ihre GPS eingegeben hatten und wenn Profis wissen wo die Fische sind, fangen sie sie auch.
    Insgesamt waren die Tagesergebnisse ein ständiges Auf und Ab bei den einzelnen Nationen. Für die USA hat es dann sogar noch zum Sieg gereicht, da sie ein überragendes Team dabei hatten. Wir hatten mit ihnen vorher noch Bild gemacht, als ob wir es geahnt hatten.



    Für unser junges Team war es eine neue Erfahrung. Wir haben sehr viel gelernt und werden das beim nächsten Mal bestimmt umsetzen. Als Fotomotiv waren wir bei den Mexikanern auf jeden Fall sehr beliebt und Weltmeister der Herzen ist ja auch was.
    Hier noch ein paar Impressionen





    Klaus und Marc beim Warten auf das Wiegen


    Das mit Abstand beste Team Jr. Tom Mann und Todd Faircloth


    Die zweitplatzierten Gastgeber Mexiko


    Die Sieger Mexiko, USA und Spanien


    Ein Dank noch an unsere Sponsoren, Sensas/Illex, Tourconsult ( http://www.tourconsult.com/ ) und Reha-Team.

    Euer Klaus