• Black Bass World Championship in Portugal 2010

    Black Bass World Championship
    in Portugal 2010

    Endlich war es so weit, die Vorbereitungen waren abgeschlossen und es konnte losgehen. Abflug nach Lissabon und dann mit dem Auto nach Moura. Ach ich hatte da noch eine Kleinigkeit vergessen, es war die heißeste Landung, die ich je mitgemacht habe. Der Flughafen von Lissabon liegt direkt am Meer und der Wind blies richtig heftig mit starken Böen. Eben diese Böen warfen die Maschine kurz über dem Boden noch mal so richtig hin und her, nach dem Aufsetzen ging es dann im rechts-links Sliding über die Piste, echt Krass. Aber irgendwann kam sie dann doch zum Stehen und es war verdammt still in der Maschine.

    Mit diesem kleinen Einstimmungserlebnis konnte ja nichts mehr schiefgehen. Noch schnell den Mietwagen holen und es konnte losgehen. Doch da war schon die nächste Überraschung. Der Vermieter war auch Angler. Hatte er vielleicht Infos für uns? Und die hatte er. Die russische Mannschaft war zuvor zwei Wochen hier bei ihm zum trainieren, mit 9 Mann. Das konnte ja heiter werden.
    Nach zweieinhalb Stunden mit dem Mietbus sahen wir zum ersten Mal den See. Der Alqueva ist der größte Stausee Europas und erst seit diesem Jahr ganz voll.


    Der Alqueva - www.alqueva.de

    Das Hotel, erbaut 1870, war ganz nett. Wir trafen auch gleich die Italiener, bei denen 2011 die World Fishing Games stattfinden werden. Nachdem die Zimmer bezogen wurden ging Thomas zum Captainsmeeting, wo die Boote verlost wurden. Wir erwischten zwei gute Boote und in der Kategorie C eine kleines Boot mit 60 PS.
    Aber wie heißt es so schön: „Boote fangen keine Fische“.

    Dieses Mal gab es zwei Trainingstage und drei Wettkampftage. Am nächsten Morgen früh aufstehen, Frühstücken und 17 km Fahrt zum See. Die Organisatoren kämpften noch mit dem Slippen der Boote - es war das reinste Chaos. Mit einiger Verspätung ging es dann raus auf den See. Aber wo fängt man an bei 184 km² Wasserfläche. Wir knüpften erste Kontakte zu unserem Fahrer und versuchten ihm Infos zu entlocken. Die Barsche würden sehr tief stehen, er hätte sie vor zwei Wochen in 7-10 m Tiefe gefangen aber er fischt eigentlich in dem Bereich 40 km weiter oben. Dieser Bereich war internationale Zone und für uns gesperrt. Gebissen haben die Fische dann überwiegend im flacheren Wasser bei 1 – 4m. Vielen Dank für den Tip! Solch einen Guide wünscht man sich, besonders in einer solchen Situation. Der See hatte tolle Strukturen, Felsen und jede Menge Sträucher und Bäume im Wasser. Andreas und Matze erwischten einen tollen Start und fingen einen Fisch mit 2,5 kg und etliche weitere richtig gute Fische.






    Thomas und Stefan hatten auch gut gefangen, nur bei Marc und mir klappte es einfach nicht. Der zweite Trainingstag verlief ähnlich und es kam der erste Wettkampftag. Wir hatten die Taktik am Abend noch abgestimmt, doch als wir zum See kamen war an einen Start nicht zu denken. Der See war in dichten Nebel gehüllt und es war zu gefährlich rauszufahren.




    Jede halbe Stunde gab es ein Captainsmeeting mit dem immer gleichen Ergebnis, kein Start möglich. So zog es sich hin bis 10.30 Uhr. Dann wurde der Nebel lichter und es konnte losgehen. Wir hatten die erste Startgruppe und durften als drittes Boot losfahren. Aber mit dem Motor brauchten wir auch einen Vorsprung, wobei 150 oder 200 PS gegen 60PS einfach ein ungleicher Kampf ist. Die Portugiesen und Spanier hatten ihre eigenen Boote. Einfach super Teile mit 21 Fuß Länge.



    Wir hatten unsere Technik im Vergleich zum Training umgestellt und fingen jetzt auch den ersten Bass. Aber um ganz vorne zu landen, mussten wir einen „Dicken“ fangen. Unserem Fahrer war nicht entgangen, dass ein spanisches Boot aus einer Bucht weggefahren war und kurz darauf ein anderes spanisches Boot in die gleiche Ecke fuhr. Also hatten sie was gefangen und das andere Boot befischte jetzt den Spot. Wir fuhren in die Bucht und fischten auf der anderen Seite, bis die Spanier den Spot verließen. Dann nahmen wir ihn ein. Wir fingen einen guten Bass und dann noch einen, dann hatte Marc den ersehnten „Dicken“ an der Leine. Der Bass kam hoch und wollte springen aber Marc hatte blitzschnell die Rute bis zur Rolle im Wasser getaucht und gab Vollgas. Ich griff zum Kescher und wir hatten ihn.
    Ein Prachtbursche von 2 kg.



    Auch Thomas und Andreas hatten ihre fünf Fische und wir mussten als erste zum Wiegen. Das war schon ein geiles Gefühl mit dem Boot vor die Tribüne zu fahren und dann den Fang zu präsentieren. Zuerst holten wir die kleineren Bass aus dem Livewell und dann zur Überraschung der Zuschauer den Dicken. Wir hatten 3194 g, wie gut oder schlecht das war wussten wir aber noch nicht.

    Thomas kam als zweiter unseres Teams zum Wiegen und hatte nur drei Gramm weniger.


    Auch Andreas knackte die 3000 g Marke.



    Bei den anderen Booten sahen wir, dass wir ganz gut lagen. Die Auswertung überraschte dann doch die anderen Nationen, Deutschland war auf Platz zwei. Als sich die Portugiesen unterhielten, wer denn die WM gewinnen könnte, gingen sie als Favoriten durch. Als sie fertig waren sagte ein Mexikaner, der daneben stand, „Ihr habt jemand vergessen, die Deutschen, die sind sehr gefährlich.“ Die anderen Nationen wunderten sich, weil alle drei Boote so gut waren.

    Am zweiten Tag gab es keinen Nebel, aber die Bedingungen wurden wie erwartet immer schwieriger, da ein enormer Angeldruck auf den Hotspots lag. Dank ständiger Kommunikation gelang es uns auch am zweiten Tag mit allen drei Booten fünf Fische zu fangen. Bis eine Stunde vor Schluss sah es noch gar nicht so gut aus, doch dann entdeckten wir einen neuen Spot und fingen in der letzten halben Stunde noch drei gute Fische.



    Unsere Freunde aus Swasiland hatten aber wieder ihr Talent bewiesen Großfische zu überlisten und waren an uns vorbei gezogen.
    Auch die Portugiesen hatten die „Dicken gefunden“. Die Mexikaner, die nach dem ersten Tag noch an erster Stelle lagen, hatten geblankt und waren ganz durchgereicht worden. Die Italiener saßen uns jetzt im Nacken. Ob am dritten Tag überhaupt gefischt werden konnte stand in den Sternen. Die Wettervorhersagen waren niederschmetternd. Starkregen am Morgen und dann Sturm bis 100km/h. Der Sturm kam dann in der Nacht, aber der Starkregen am Morgen hatte sich leider bestätigt. Da sich der Wind gelegt hatte wurde aber gestartet. Die Regenkleider waren nach einer halben Stunde Dauerduschen durch und das Wasser stand in den Schuhen, einfach geil. Nach vier Stunden hörte der Regen auf und kalter Wind und Sonne trockneten die Klamotten zumindest oberflächlich. Die Schwarzbarsche mögen solche Wetterwechsel mit kaltem Wind aber gar nicht - sie fressen nicht mehr. So sehr wir uns auch mühten, mehr wie drei kleine Bass kamen nicht mehr dabei rum. Zum Glück waren Thomas und Stefan morgens gleich zu unserer Topstelle gefahren und hatte drei gute Fische gefangen. Thomas erwischte direkt einen mit 2kg, Stefan fing zwei mit 500 und 400g und am Nachmittag machten die Zwei ihr Limit von 5 Fischen voll. Mit 3,7kg belegten die Beiden den fünften Platz in der Einzelwertung an diesem Tag. Das rettete uns den dritten Platz, da Swasiland auch nicht ihre fünf Fische zusammen bekamen. Die Italiener hatten mit ihrer Erfahrung auf Reaktionbaits gesetzt und waren noch knapp an uns vorbeigezogen. Es war der Tag der Mannschaften mit Crankbaitspezialisten, wobei bis eine halbe Stunde vor Schluss noch alles offen war und die entscheidenden Fische erst kurz vor Schluss gefangen wurden. Andreas rettet uns mit seinem fünften Fisch in der allerletzten Sekunde. Der Fahrer hatte schon den Motor angeworfen und aufgefordert zurückzufahren, als Andreas noch einen Biss bekam, der Bass aber den halben Wurm geklaut hatte. Noch ein Wurf mit dem restlichen halben Wurm brachte dann doch noch den Biss und den Fisch, der in einem Schwung dem Fahrer auf den Schoß geschleudert wurde. Bei Vollgas ging es zurück, um noch rechtzeitig die Kontrollstelle zu erreichen.
    Die Spannung beim Abwiegen war unglaublich. Die Italiener hatten ganz gut gefangen und auch ein Boot der Portugiesen hatte über 6 kg. Als alles gewogen war ging es ans Rechnen und auf dem Mitschrieb der Italiener sah ich, dass es doch noch gereicht hatte. Wir hatten unseren dritten Platz verteidigt. Es fehlten 600 Gramm zu Platz zwei, also ein Fisch. Es war alles sehr eng beisammen, aber Treppchen ist Treppchen. Bei drei Teilnahmen zwei Mal auf dem Treppchen, das kann sich schon sehen lassen.



    Die Italiener meinten bei der Siegerehrung, dass wir das beste Team seien, da wir ja keine Schwarzbarsche haben und auch keine Wettkämpfe bestreiten. Alle waren erstaunt wie wir das gemacht hatten. Als ein super Köder hatte sich der Gambit Golgoth 4“ und der 6“ Paddletail erwiesen. Mein Favorit war wieder einmal der Crosstail. Alles in Watermelon. Warum hatte ich nur 16 kg Köder mitgeschleppt? Wir waren die letzten die den Saal verließen und im Hotel noch einen Siegestrunk zu uns nahmen. Hatten wir es doch geschafft bleibende Eindrücke zu hinterlassen und der Respekt der anderen Nationen war uns sicher. Beim nächsten Mal haben sie uns bestimmt auf der Rechnung.



    Unser Gerät:
    Ruten:
    ASHURA Heavy Cover Breaker für das Texas Rig, Big Crankbaits und Spinnerbaits.
    ASHURA Yellow 190, die ASHURA Black&Blue 183UL, sowie die GUNKI Kaze für das „feinere Gewerk“, wie Drop Shot und Mini Jighead mit Crosstail und Gambit Pintails (in weiß oder watermelon).

    Rollen:
    Ganz überwiegend Baitcasting gefüllt mit 16-20lbs Fluorocarbon.

    Haken:
    Texas Finesse Wide Gape in 1/0 bis 4/0 für Golgoth und Texas Straight Hooks für Paddletail und Co.

    Vom Team überwiegend verwendete Köder:
    ILLEX Paddletail 6“, Flick Shake bis 6.8“, Gambit Golgoth 3” als Trailer am Rubberjig und 4“ am Texas, Crosstail Shad 90 in Watermelon und Blue Shad am Drop Shot und für Light Texas.
    Crankbaits und Minnows: Mascle Deep, Aragon, DD-Squirrell 79, Mask 90 und Mask 100 Flashbelly. Die Mask benutzten wir bei wenig Geräusch im Wasser und schlechtem Beißverhalten. Schade, daß es diesen Köder fast nirgends mehr gibt.


    Das Team:
    Andreas Beck und Matthias Kreutz
    Thomas und Stefan Engert
    Klaus Henke und Marc Ptacovsky
    Captain: Thomas Engert

    An dieser Stelle ein Dank an unsere Sponsoren:
    SENSAS – ILLEX – PEZON&MICHEL – FRAISSL TOURCONSULT Reisebüro

    Die Ergebnisse könnt Ihr Euch unter www.fppd.pt auf der Startseite ansehen.

    Weiteres zur WM

    Fahrt der Deutschen zur Wiegestation

    <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1rdbZ9xLvkM&amp;feature=related" target="_blank">

    Der See
    http://www.alqueva.de/