• Andamans

    Servus Leute,

    Auf Anfrage hier ein Kurzbericht. War Ende April/Anfang Mai auf den Andamanen mit Game Fishing Asia. Die Inselgruppe befindet sich einige Hundert KM westlich vor der Thailändischen Küste und...äähmm...weit, weit westlich vor der Indischen Küste. Eigentlich näher an Thailand, aber die Inselgruppe gehört zu Indien. Eine ziemlich abgeschiedene Gegend, mit moderaten Tourismus.



    Würde es nicht "unberührt" nennen, aber schon sehr naturbelassen, abgesehen von der Hauptstadt Port Blair, in der sich unsere beiden Boote + Unterkunft befanden. Havelock Island ist die einzige Insel mit ein wenig touristischer Infrastruktur und auf jeden Fall einen Besuch wert!
    Es war eine nette Truppe mit meinem Kollegen Alessandro und seinen Spezis aus Italien.
    Angeltechnisch waren wir alle mehr oder weniger auf einem Level und locker drauf, die Wetterverhältnisse waren sehr zahm und der Veranstalter ist ebenso ein Guter, was den Trip sehr entspannt gestaltete...ok abgesehen von den Indischen Bürokratenzirkus, aber das nimmt man schon in Kauf.
    Das Fischen bestand aus einem Mix von Topwater auf GT, Jigging auf Dogtooth Tuna, GT, etc.. Dazu ein wenig run & gun auf Gelbflossen Thune, wenn sich die Möglichkeit ergab, sowie leichtes Jiggen in 15-50m.

    Gefangen haben wir jeder ca. 8-16 GT zwischen 5 und 20kg auf Topwater, noch mehr kleine GT beim Jiggen und ein paar kleinere Doggies ebenfalls am Jig. Hin und wieder einen YFT und allen möglichen Beifang, sowie verschiedenste Spezies beim light jigging. Leider war das Wasser 1-2 Grad zu warm, weshalb Qualität der GT und Quantität der YFT etwas zu wünschen übrig lies. Dennoch war es fast non-stop action, abgesehen von einem Tag, an dem die Tiden nicht gepasst haben und es nur ein paar kleine GT beim Jiggen gab, sowie einen schönen YFT, der einem Kollegen beim GT Popping in ca.20m Wasser nahe einer kleinen Insel überraschte.

    Das Jigging war meist ~PE5-8 auf bessere "Doggies" (Dogtooth Tuna) und GT in tieferem Wasser von 50-150m, mit 150-300g Jigs. Zwischendurch auch mal ein paar YFT, die aber genau wie die Doggies immer von Haien begleitet wurden, was einiges an Material verschlungen hat...Jeder von uns hatte die Chance auf einen schönen Doggie, aber wir sind leider nicht deutlich über die 20kg Marke hinaus gekommen. Einerseits wegen der erwähnten Haie, andererseits wegen der für ihre Kampfstärke bekannten Doggies, die nicht wie andere Thunfischarten relativ entspannt durchs Freiwasser pflügen, sondern oft mit Vollgas Richtung Riffkante abdüsen. Ein größerer Doggie kann einem hier locker eine 10000er Stella mit zugedrehter Bremse leer machen, wenn man nicht mit dem Boot hinterherfährt.



    War mein erstes mal ernsthaft auf diese Krafpakete fischen und konnte es vorher auch kaum glauben. Leider verbrennen diese verrückten Viecher dabei alle Reserven und kämpfen oft bis zur kompletten Erschöpfung, weshalb ein erfolgreiches Zurücksetzen bei Fischen über 20kg selten möglich ist. Allerdings schmecken sie auch sehr gut, weshalb die paar Doggies, die es nicht überlebt haben, nachher bei uns zum Abendessen verspeist wurden. Es sind auf jeden Fall unglaublich starke Gegner und jeder Jigging-Freak sollte einmal in den Genuss kommen...aber man sollte schon darauf achten, es dann mal gut sein zu lassen, wenn die Kühlbox voll ist, finde ich. Topwater GT sind da deutlich schonender zurück zu setzten :)
    Bei den etwas flacheren Spots bis 70m waren eher kleine Doggies und die typischen, meist kleinen GT zu erwarten. Hier war es möglich mit PE3/4 Gerät 100-200g Jigs zu fischen.



    Bei den besonders flachen jigging spots und tiefen popping spots gab es auch einiges am leichten Jiggerät von PE1.5-3 zu holen. Bluefin Trevally, Mini-Doggies, kleine GT, Jobfish, Bigeye Trevally, Golden Trevally, Yellow Spot Trevally, Emperors, kleine Grouper und alles mögliche fängt man hierbei. Eine willkommene Abwechslung vom schweren Gerät, was einen bei 35°+ durchaus an die körperlichen Grenzen bringen kann. Vorsicht ist allerdings geboten, es kann immer ein 20kg Fisch einsteigen...Alessandro hat es z.B. vollbracht einen 18kg Doggie am PE2-3 Gerät zu landen und es wurden auch noch 1-2 20kg GT an ähnlich leichten Gerät gefangen.



    Topwaterfischen war PE6-10 Gerät. Für 90% der Fische hätte hier PE6 gereicht, allerdings war selbst bei unserem Trip mit eher kleinen GT immer mit einem "monster class GT" von über 40kg zu rechnen. Der Größte von lediglich 25/30kg wurde hierbei von Gian Luca gefangen, der ihm dafür aber auch seine Rute zerbrach :D Alessandro ist einer um 30kg ausgeschlitzt und ein wirklich großer von locker 40kg hat direkt vor unseren Augen einen im Drill befindlichen Bluefin Trevally attackiert...zudem waren viele der spots über 15m tief, was Popper oder große Stickbaits verlangt, die genug Präsenz haben. Flache spots mit sehr bösem Untergrund gibt es nicht viele, aber 2 der besten spots sehen genau so aus... Lange Rede kurzer Sinn - PE8 ist ratsam. Wer schon etwas Erfahrung hat, kann auch durchaus bei den passenden spots mit PE5/6 auf die GT fischen, was bei den durchschnitts-GT von 10kg sehr viel Spaß macht! Popper oder Stickbaits im Bereich von 140-180g waren aufgrund der faulen GT und den meist tieferen spots allerdings die fängigsten Gewichte, die mit leichteren Ruten nicht mehr ordentlich zu werfen/führen sind.

    Dazu hatten wir auf dem Weg zwischen verschiedenen spots ein paar mal die Chance Gelbflossen Thune an der Wurfangel zu erwischen, was leider nur seeeeehr selten gelungen ist. Einerseits wegen der Haie, andererseits bewegten sich die YFT meist tief (im kühleren Wasser) und sind nur sehr sporadisch an die Oberfläche gekommen.



    Dann auch das altbekannte Problem, dass sie sich auf Mikro-Beute eingeschossen haben, was es nicht einfacher macht. Ein 40g Wolfram Jig neben den Baitball geworfen wäre hier perfekt gewesen...hatte leider nur keine Sau an Bord :D



    Ich habe nur einen besseren YFT auf Topwater gehakt, der leider trotz gewollt leicht eingestellter Bremse nach 20 Sekunden von einem der Haie erwischt wurde...der daraufhin 20 Minuten einen seeehr anstrengenden Kampf ablieferte.



    Persönliche Highlights waren ein tripple und direkt danach double GT-hookup beim popping am letzten Tag, bei dem einem Italienischen Kollegen 2 Ruten brachen sowie ein kleiner Wahoo auf Stickbait...bisher nur beim Jiggen oder Trolling erwischt.


    Insgesamt war es ein toller Trip, mit ordentlich Action










    hier noch ein Filmchen dazu

    https://www.instagram.com/p/BFX10UwrqWx/


    LG Felix