• Projekt: E-Motorisierung des Slayer 13 Propel Teil2: Elektrik und Motorsteuerung

    Kajak: E-Motorisierung Teil2 - Stromversorgung und Steuerung

    Es fehlte in Teil 1 die Motorsteuerung. Diese wurde nur provisorisch angegeben. Aus einem guten Grund, denn hier war ich mit der Lösung unter dem Sitz den Akku und die Pinne samt Steuerungseinheit zu verstauen, einfach nicht zufrieden.


    Das „Gewackel“ passte einfach nicht zur perfekten Lösung. Genau aus diesem Grund entschied ich mich dafür, doch Bohrungen im Kajak vorzunehmen. Es schmerzt immer, wenn etwas kaputt gemacht werden muss, um etwas besser machen zu können. Aber in dieser Sache bleibt einem einfach nichts anderes übrig.

    Ziel: Innenverlegung der elektrischen Leitungen und Einbau der Steuereinheit für den Motor.

    Natürlich macht man sich Gedanken, wo soll denn alles positioniert werden? - sozusagen ergonomisch korrekt. Also erst ein Plan im Kopf entwickelt - Bild vom Slayer aus dem Internet gezogen und die möglichen Stellen markiert. Mit dem Plan ging es an das Original. Geht das denn alles, so wie ich mir das vorstelle?

    Der Plan:

    • Akku in die Bugablage
    • Stromversorgung verläuft über eine Kabeldurchführung in das Kajakinnere. Sicherheitshalber sollte der Durchbruch wasserdicht sein. Zwar habe ich einen Deckel dafür, aber „der Teufel ist ein Eichhörnchen“.
    • Steuerungsdrehregler hinter dem Rudersteuerhebel, so dass man nur eine Hand zur Steuerung des Kajaks benötigt.
    • Notstopschalter, für alle Fälle, falls man doch mal über Bord geht. ( oder beim Schleppen, tatsächlich ein Fisch anbeißen würde )
    • Wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich 12V-Steckdosen für diverse Anbaugeräte installieren. ( Echolot wäre da ein Beispiel, was es zu nennen gilt. Oder auch eine Positionsleuchte, welche in manchen Gegenden vorgeschrieben ist )
    • Das Steuerkabel für den Motor muss auch positioniert werden



    Bevor man mit solchen Arbeiten beginnt, Bohrungen sind von Dauer, muss man sich absolut sicher sein, dass genau diese Position des Anbauteils auch wirklich die Richtige ist.

    Doch gleich wurde mein Vorhaben beim Lösen der ersten 4 Schrauben komplett über den Haufen geworfen. Meine Anordnung der Steuerungseinheit war hinter dem Ruderhebel vorgesehen. Wenn man diesen abschraubt, kommt man ja schön ins Innere und kann den Schalter dort anbringen. So die Überlegung. Aber Dumm gelaufen, denn diese Hebelvorrichtung ist nur eine Mulde im Kajak. Also entweder ein riesen großes Teil aussägen, (welches ich nie wieder wasserdicht bekommen hätte) , oder eine neue Anordnung finden. Natürlich gefrustet und überlegt, wo kann ich das scheiß Ding unterbringen? Es gibt aber nur eine Lösung dafür. Auf der anderen Seite hinter dem eingebauten Rutenhalter.


    Okay!! Den Rutenhalter erst mal entfernen. Jetzt war das Loch nicht groß genug, um den Schalter durchzuschieben. Uhh!! meine Laune steigt. Komme ich mit dem Arm durch die hintere Luke an diese Stelle? NEIN!! Noch mehr Frust macht sich breit. Also den Plan wieder verworfen. Wo soll das noch hinführen?
    Egal, jetzt machen wir Nägel mit Köpfen. Den Rutenhalter brauche ich nicht unbedingt. Eine Platte über das Loch und den Schalter von unten an der Platte anbringen.

    Okay, das funktioniert - das passt – so wird es gemacht.

    Da nun die Stromversorgung auf dieser Seite verlaufen wird, liegt es nahe, dass hier auch der Notstop eingebaut wird. Zudem muss ein Kabeldurchbruch für das Steuerkabel des Motors angebracht werden. Hierfür verwende ich sogenannte „Kabeldurchführungen mit Zugentlastung“. Bedeutet, dass man das Kabel festklemmen kann, damit nichts verrutscht und wasserdicht abschließt, es aber auch lösen kann, um es nach Gebrauch wieder in den Rumpf schieben zu können.



    Somit liegt kein überflüssiges Kabel im Innenraum, worüber man stolpern könnte. Geniale Idee, wie ich finde.
    Das erste große Loch kostet noch Überwindung. Aber ist es einmal geschehen, sind die Hemmungen verflogen und die übrigen Löcher sind ratzfatz gebohrt. Hier ein kleiner Tipp am Rande. Die anfallenden Späne bitte nicht wegwerfen. Um evtl. Kratzer oder kleinere Löcher zu glätten oder schließen, kann man dieses Abfallmaterial wunderbar verwenden. Man nennt dies „Welding“. Feine Angelegenheit, die recht einfach zu handhaben ist. Man benötigt hierfür nur ein Feuerzeug und einen Schraubenzieher, um den Span etwas zähflüssig werden zu lassen. Dann die kleinen Löcher damit stopfen. Mit etwas Übung bekommt man das so sauber hin, dass man später kaum noch das ehemalige Loch wieder findet. Im Internet gibt es viele Videos über dieses interessante Thema. Lohnt sich, mal auf YouTube surfen zu gehen.

    Aber zurück zum Ausbau.

    Lösung:

    Im Bugfach:
    • ist der Akku untergebracht. Hier zwei 12V-Kreisläufe in den Innenraum verlegt ( 2 Akkus möglich)
    • a. für die E-Motorsteuerung direkt
    • b. für alle anderen Verbraucher


    Linke Seite:
    • Anbringung einer 12V-Steckdose auf Höhe Rudersteuerung für die Stromversorgung Echolot
    • Anbringung einer 12V-Steckdose im Heckfach für mögliche elektrische Anbauten ( Kaffeemaschine oder Positionsleuchten )


    Rechte Seite:
    • Kabeldurchbruch für die Motorsteuerung
    • Notstopvorrichtung
    • Stufenschalter für die Motorsteuerung


    Eine echte „Pfriemelarbeit“, die Kabel durch die Bohrungen zu bekommen. Aber das Ergebnis entschädigt für den ganzen Aufwand.






    Jetzt fehlt nur noch der Praxistest. Eines kann ich euch versprechen. Lange wird DER nicht auf sich warten lassen.

    hier ist es endlich
    https://www.youtube.com/watch?x-yt-t...yer_detailpage
    Kommentare 26 Kommentare
    1. Avatar von nasobem
      nasobem -
      Rechte Hand frei bei Motor- und Rudersteuerung an Backbord wäre natürlich trés chic gewesen, aber da der E-Motor ja "nur" für Standortwechsel gedacht ist, wohl vorerst zu vernachlässigen. Welchen Weg braucht denn das Spiraldings des Notausschalters um auszulösen?
    1. Avatar von Kaprifischer
      Kaprifischer -
      Nachdem Endausbau würde ich gerne das Bild mit der Kaffeemaschine sehen
    1. Avatar von Hans
      Hans -
      hier bitte



    1. Avatar von barschspezi
      barschspezi -
      coole Sache Daumen hoch

      Bin beim nächsten Treffen gespannt aufs Kajak
    1. Avatar von petit_pêcheur
      petit_pêcheur -
      Wo willst du dem Gerät eigentlich einsetzen?
    1. Avatar von Hans
      Hans -
      ins Wasser

      gibt genug Wasser in der Umgebung.

      Ne im Ernst. Wie in meinem ersten Teil beschrieben, will ich damit die Heimfahrt absolvieren. Fahrrad wird während des Angelns gefahren.
      Ergo, Einsatz --> Edersee, Brombachsee, Frankreich, Pfalz, usw.
    1. Avatar von smjonny
      smjonny -
      sehr sauber gelöst,

      wie schnell läuft das Ding
    1. Avatar von sp!nner
      sp!nner -
      Ich glaub da steht irgendwo was von 4,5.. bin mir nicht sicher.
    1. Avatar von jürgen
      jürgen -
      Bisl mehr war es schon. Ich glaube bei unserer letzten gemeinsamen Ausfahrt waren es irgendwo bei 5,2 - 5,8 Km/h, je nach Wind.
      Peter hatte seinen neuen Torqeedo Kayak Motor auch mit dabei, der ging im Vergleich zu unseren Motoren ab wie ein Mopped. Locker über 9Km/h Topspeed.
    1. Avatar von sp!nner
      sp!nner -
      9 Sachen ist viel, geht saugut! Mein Schlauchi mit 7,5 zog auch allen "normalen" GFK/Alus mit 55-80LBS davon.
      Bei 9 sieht das, auch wenn sich das nicht so viel anhört, schon nochmal anders aus.
    1. Avatar von smjonny
      smjonny -
      9 Km/h sind echt eine Ansage,mit welchem Jak war das ???
      mein Mariner läuft auch ca. 6 Km/h.
    1. Avatar von jürgen
      jürgen -
      Das ist ein Wilderness Systems Commander 120 Angler. Ich hab das gleiche Kayak, meins läuft mit einem Watersnake T18 gerade mal 5,5 Km/h ohne Wind.
      Der Torqeedo Ultra Light ist schon ein richtiges High-End Triebwerk dagegen. Einen schnelleren und leichteren Motor fürs Kayak wirds wohl z.Z.nicht geben....aber der Preis dafür ist natürlich auch High End.
    1. Avatar von smjonny
      smjonny -
      Ok,dann läuft es mit dem 18 LBS Motor eh nicht schlecht,wär interessant wie schnell ein Slayer oder Mariner mit dem Torquedo laufen würde.

      Die Rumpfform eures Commander´s ist schon um einiges "schnittiger".
    1. Avatar von jürgen
      jürgen -
      Schwierig zu sagen wie schnell ein Native Mariner oder Slayer mit dem Torqeedo laufen würde.
      Aber nur mal als Vergleich: Ein Hobie ProAngler 14 ist mit dem Watersnake T18 auch schon zwischen 5,5 - 6,4 Km/h schnell. Es liegt also nicht unbedingt nur an der Commander Rumpfform oder am Kayak Gewicht.

      https://www.youtube.com/watch?v=rl09EZGhEiU

      Wahrscheinlich dürfte dann das Hobie PA 14 mit dem Torqeedo auch um die 9 Km/h laufen. Die Topspeed entspricht auch in etwa den technischen Daten auf der Torqeedo Seite.

      http://www.torqeedo.com/produkte/ult...ight-403-daten
    1. Avatar von sp!nner
      sp!nner -
      Was kostet denn die ganze Torqeedoeinheit=?
    1. Avatar von jürgen
      jürgen -
      1.600 , wiegt aber nur knapp 7 Kg incl. Akku und Steuerung.
    1. Avatar von peterbugger
      peterbugger -
      9 km/h war aber noch kein Vollgas, jedesmal wenn ich probiert habe mit Vollgas zu fahren hat sich mein Ruderblatt durch den Wasserdruck nach oben bewegt und ist in die Schraube geraten. Jetzt habe ich das Ruder besser fixiert, und werde am Wochenende mal probieren was ich an Geschwindigkeit erreiche.
    1. Avatar von MSH
      MSH -
      Coole Sache, @Hans. Nur bei dem Steuerregler aus Metall hätte ich Bedenken, dass er sich unangenehm anfühlt bzw. beschissen greift, wenn man kalte oder von Wasser/Schleim/Schweiß o.a. feuchte Hände hat. Mir wär das Ding zu glatt und nicht haptisch genug. Ein UV-beständiger Gummi mit Noppen greift sich da viel sicherer.
      Veränderst Du demnächst noch irgendwas (Kaffeemaschine und Würstchenwärmer ausgenommen) oder bist Du jetzt durch?

      P.S. die Steilvorlagen sind für alle da ;)
    1. Avatar von killwell
      killwell -
      Der kann sich nicht wehren, der is in USA oder im Flieger.
    1. Avatar von Hans
      Hans -
      Also der Regelknopf ist Alu und sehr griffig. Habe ihn extra etwas größer ( 38mm ) gewählt, damit ich mit Handschuhen auch noch ein Gefühl habe. Dem Problem habe ich mich bereits vorher gewidmet.

      Jetzt kommt nur noch ein anderes Ruderblatt und eine andere Schraube dran und dann bin ich auch durch. Mehr Veränderungen sind nicht mehr drin. Maximum ist erreicht.

      Durch eine andere Schraube erhoffe ich mir noch ein wenig mehr Speed. Die Rumpfform des Slayers verhindert noch höhere Geschwindigkeiten. Der Bug ist so voluminös, dass hier die Verdrängung schon enorm ist. Vielleicht noch etwas Gewichtsverlagerung ... aber so schnell wie das Commander würde ich selbst mit dem Ultralight nicht werden. Mit dem Pedalantrieb komme ich auf kurzfristige 8km/h... was ich mir eigentlich erhofft hatte....